Lexikon der Symbole

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A

Aal


Allein durch seine Form und Fortbewegungsweise kann man bei einem Aal auch an eine Schlange denken. Oder einen Phallus. Deshalb symbolisiert der Aal Lebendigkeit und Bewegungsfreiheit. Oder aber Triebhaftigkeit. Auch andere Bedeutungen sind möglich: zum Beispiel die Falschheit und Abgebrühtheit eines aalglatten Menschen.



Abend


Der Abend (Abendlicht, Abendstimmung) steht für Ruhe, Erholung, Loslassen und Enspannen – aber auch für körperliche und/oder geistige Ermüdung. Kann auch ein Symbol für den Lebensabend und des nahenden Todes sein oder für Lebensalter und Erfahrung.

Abgrund


Ein Abgrund ist ein Symbol für die Unergründlichkeit der Tiefe wie auch für die Demütigung und Unterlegenheit, aber auch für das Ende, das Schwarz, den Tod. Oder die drohende Gefahr.

Absperrung


Dein Weg ist hier zu Ende. Entweder Du kehrst um oder überwindest dieses Hindernis. Die Absperrung bedeutet auch soviel wie die Grenzen des Möglichen zu erkennen.

Abtei


Die Abtei ist das Symbol eines Ortes der Ruhe und Entspannung, des Seelenfriedens, der Geborgenheit.
Eine verfallene Abtei hingegen steht für zerstörte Hoffnungen und Pläne, für Enttäuschungen und Verlust der Heimat.

Acht


Die Zahl 8 hat in erster Linie eine spirituelle Bedeutung in der Kunst. Sie steht für Harmonie und Balance. Aber auch für Unendlichkeit, Ganzheit und Perfektion. Im christlichen Kontext ist die Acht auch ein Symbol für die Auferstehung, das ewige Leben und die Überwindung des Todes

Achteck


siehe Zahl Acht. Deshalb haben Taufbecken zum Beispiel eine achteckige Form, denn das Achteck (Oktogon) steht für Wiedergeburt und göttliche Perfektion. Aber es ist auch ein Symbol für Herrschaft. Die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches war achteckig, und auch in der sakralen Architektur finden sich viele Oktogone.

Adler


Der Adler ist der König der Vögel und in vielen Religionen ein Götterbote oder Göttergehilfe. Deshalb steht er auch in der Kunst als Symbol für Könige, Kaiser und Götter.
Aber er kann auch die Sehnsucht nach Klarheit, Freiheit und Wagemut ausdrücken. Oder ein Gleichnis sein für geistige Höhe, Auferstehung und Majestät

Affe


In der westlichen Kunst ist der Affe eine Figur mit negativem Symbolgehalt. Der Affe steht für Eitelkeit, Schamlosigkeit, Materialismus, Bosheit, animalische Unzivilisiertheit. Er ist auch der Schatten unseres Ichs oder die Karikatur unseres Selbst.In der orientalischen und asiatischen Kunst hingegen symbolisiert der Affe die Weisheit.

Akazie


Die Akazie ist in der nordeuropäischen Kunst mit keinem Symbol belegt. Außer vielleicht bei den Freimaurern, wo sie als Sinnbild für Unsterblichkeit verehrt wird.In den Ländern am Mittelmeer hingegen steht die Akazie als Symbol für platonische, keusche Liebe, für sich verjüngende Naturkraft, für Stärke und Leben und die Unsterblichkeit der Seele.

Akelei


In der Renaissance findet man die Akelei oft auf Bildern mit religiösem Kontext. Dort verkörpert sie die Dreieinigkeit, die Bescheidenheit und die Demut Marias (aufgrund des gesenkten Kopfes). Aber auch die Überwindung irdischer Begrenzung, umfassendes Heil, den Triumph, die Erlösung, demütige Lobpreisung und Anrufung Christi.
Bei den Germanen galt sie als Attribut der Göttin Freya (nordische Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und des Frühlings).Im Altitalienischen heisst die Akelei Amor nascosto (Geheime Liebe), weshalb die Akelei dann auch in Italien für heimliche Liebe, sexuelle Kraft und Verführung steht.In Frankreich nennt man die Blume Ancholie, und daraus leiteten französische Künstler Melancholie ab.
In der Kunst nach dem 16. Jahrhundert wurde die religiöse als auch die spätere sexuelle Symbolik der Akelei zunehmend vergessen. Heute findet man sie kaum noch auf Bildern, höchstens auf profanen Stillleben.

Ameise


Symbolisiert den Fleiß (fleißig wie eine Ameise sein), aber auch Ordentlichkeit und Gehorsam. Mitunter symbolisieren Ameisen auch die Auflösung des Einzelnen, die Auslöschung des Individuums zugunsten eines Kollektivs.

Amsel


Die Amsel wurde früher aufgrund ihres schwarzen Federkleids mit Hexerei oder gar dem Teufel in Verbindung gebracht. Heute symbolisiert sie mehr die vergnüglichen Seiten des Lebens und die Versuchung des Fleisches.

Apfel


Der Apfel symbolisierte schon in frühen Kulturen Fruchtbarkeit, weibliche Kraft, Jugend und Unsterblichkeit. Bei den Kelten war der Apfel Symbol für Erkenntnis und  überliefertes Wissen.
Die Form der Äpfel wird bis zum heutigen Tag mit weiblichen Brüsten oder dem weibliches Gesäß (Apfelpopo) verglichen, das Kerngehäuse (bei der Länge nach durchschnittenen Äpfeln) mit  der Vulva. So ist es nicht verwunderlich, dass der Apfel auf diese Weise auch zum Symbol sinnlicher Reize und Begierden wird.
Im  christlichen Kontext steht er für die Versuchung und den Sündenfall, aber auch die Erlösung.
Auf Stillleben versinnbildlicht ein Wurm oder  eine Fliege in Verbindung mit einem Apfel die heilsgeschichtliche  Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse.

Auge


Es verkörpert Helligkeit, Licht, Hellsichtigkeit, Geist, Wachsamkeit und Allwissenheit.AusterSeit der Antike spielt die Auster eine vielschichtige Rolle in Bezug auf die Liebe und Erotik und symbolisiert in der Stillleben-Malerei ein vaginales Zeichen.

Axt


Die Axt ist das Symbol des Krieges und der Zerstörung, aber auch der Arbeit. Weiter steht sie für Autorität und Donner.

B

Babel


Der Turm zu BabelSymbol für menschlichen Hochmut, die Sünde und das Scheitern. Die babylonische Sprachverwirrung wird auch heute noch gern als Metapher für Unverständnis und Aneinander-Vorbeireden bemüht. Und als Unfähigkeit zu einem wahren Dialog.

Baldachin


Ein Statussymbol und Sinnbild für Macht, Erhabenheit und Würde von Herrschern und Geistlichen.

Ball


Symbolisiert sowohl Sonne als auch Mond. Durch seine runde Form (er hat kein Anfang und kein Ende) wird er als Symbol der Einheit, Ganzheit und Vollständigkeit gesehen.

Banane


Die Banane symbolisiert den Luxus, den Überfluss, Dekadenz, Sinnlichkeit und Erotik.
Aber sie steht auch – aufgrund ihrer phallischen Form – für das männliche Geschlechtsorgan. Das Essen einer Banane symbolisiert den (oralen) Geschlechtsverkehr.

Basilisk


Der Basilisk ist ein Fabeltier, ein Mischwesen: meistens wird er mit einem Hahnenkopf, mit Vogelbeinen und Schlangenleib dargestellt.Sein Blick versteinert, und sein Atem ist tödlich.

Er symbolisiert das Böse, den Tod und den Teufel.Als Symbol der Todsünden wird der Basilisk oft mit der Wollust, mit Neid und Hochmut gleichgesetzt.

Baum, abgestorben


Sinnbild für Sünde, Tod und Vergänglichkeit.

Baum, lebend


Der Baum ist ein Symbol für die Verbindung zwischen Himmel und Erde (Wurzeln im Boden, die Äste streben nach dem dem Himmel). Durch seine Gestalt symbolisiert er die Entwicklung des Menschen und durch seine grünen Blätter das vegetative Leben der Natur. Und die ständige Erneuerung, Auferstehung und Reproduktion.
Fruchttragende Bäume sind Symbol für Mütterlichkeit und Weiblichkeit: das Nährende, Beschützende.
Eine Baumkrone steht für geistige Dimension, der Stamm für das irdische Leben der Menschen und die Wurzeln für das Verborgene und die Unterwelt.

Biene


Die Biene ist Symbol für Fleiß, Ordnungsliebe, Reinheit und Keuschheit der Jungfrauen.

Blatt, grün


Das grüne Blatt ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, Wachstum und Erneuerung. Ein Zweig mit mehreren Blättern ist eine Metapher für Teamwork, harmonische Gemeinschaft und die Zusammenarbeit von Einzelnen

Blatt, verwelkt


Ein verwelktes Blatt steht für Tod, Sterben, Verfall und Trauer.

Blau


Symbol für die Farbe des Himmels, des Transzendenten, Göttlichen. Im Mittelalter stand Blau für die himmlischen Werke und Wunder und diente zur Meditation. (Der Mantel Marias ist daher immer blau.)

Blitz


Der Blitz wurde stets mit dem Zorn der Wetter- oder Himmelsgötter verbunden, er ist übernatürlich und bringt meist Verderben und Vernichtung.

Blume


Die Blume steht für die Seele, die im dunklen Grund des Daseins wurzelt. Ein ewiger Kreislauf aus Werden, Wachsen, Blühen, Verwelken und Tod. Im Leben dient sie nur einem Ziel: sie selbst zu sein. Schön zu sein.

Blumenkranz


Blumenkränze symbolisieren die guten Mächte. Sie schützen vor bösen Geistern und Dämonen. Aus diesem Grund werden sie im und am Haus aufgehängt und auch den Toten aufs Grab gelegt.

Blüte


Sie symbolisiert Vollkommenheit, Perfektion und Schönheit, vor allem wegen der harmonischen Anordnung ihrer Blätter um ein Zentrum herum. Ist die Blüte halb geöffnet, dann wird sie zum Sinnbild für Entfaltung zur Reife.

Bogen


Gemeinsam mit einem Pfeil dargestellt ist der Bogen ein Symbol der Macht und des Krieges.
Ein Bogen alleine versinnbildlicht Spannung und Lebenskraft.
Der Bogenschütze ist oft ein Symbol der Wollust, der Männlichkeit und Liebe: Amor verschießt seinen Pfeil.

Boot


Brita Seifert: Journey of life
Brita Seifert: Journey of life
Als Symbol steht das Boot für die Reise und damit auch für das Leben insgesamt. Die Lebensfahrt.

Man denke an einen großen starken Dampfer, der alle Wellen und Klippen mühelos umschifft.

Auch an ein stolzes Segelboot, das elegant im Wasser gleitet.
Oder aber – wie hier in einem alten Bild von mir – an ein fragiles Papierschiff, das scheinbar allen Gefahren ausgesetzt ist und jederzeit untergehen kann.

Ein Boot kann außerdem Sinnbild für persönliche oder gesellschaftliche Zustände sein, z.B. sinkendes Boot, Schiff der Narren.

 

Brücke


Die Brücke ist ein Symbol der Vermittlung. Oder des Friedens. Durch sie können Gegensätze überwunden, oder aber Bewusstes und Unbewusstes miteinander verbunden werden.

Buch


Geschlossenes Buch: Symbol für Erkenntnis, Wissen, Weisheit und die Wissenschaften. Teilweise zerrissene Bücher: werden gern bei Vanitas-Motiven in der Stillleben-Malerei eingesetzt
Geöffnetes Buch: Symbol für das Buch des Lebens.

Buddha


Der Buddha ist Symbol für Weisheit, menschliches Bewusstsein, Meditation, geistiger Ganz-Werdung.

C

Christus


Symbol für Opfer, Schuld, Vergebung und Überwindung des Bösen

Chrysantheme


Gelbe Blüte: symbolisiert in Japan die Sonne, Glück und das Licht (Unsterblichkeit). Inzwischen wurde dieses Symbol aus dem fernen Japan auch von der europäischen Kunst übernommen.
Weiße Blüte: Symbol für Wahrhaftigkeit

Clown


Spaßmacher, der andere zum Lachen bringt oder schrille Außenseiterfigur, der seine echten Gefühle nicht zeigt.
Er versteckt sein wahres Ich hinter einer albernen Maske, die seine Seele unsichtbar werden lässt.

Cupido


Cupido, der geflügelte Liebesbote. Wen er mit seinem Pfeil trifft, verfällt sofort in tiefe Liebe. Und so symbolisiert er denn auch in der Kunst die tiefe, leidenschaftliche, wahre Liebe.

D

Diamant


Der Diamant ist Symbol der Ewigkeit, der kosmischen Vollkommenheit und der seelischen Ganzheit. Er ist rein, unverletzlich und unzerstörbar.

Dornen


Dornen stehen für Leidenserfahrungen aller Art, Schmerz, Verletzungen und die Unfähigkeit, diese Wunden zu überwinden.

Dose


Verkörperung des weiblichen Prinzips.

Dudelsack


Der Dudelsack ist Sinnbild für Lasterhaftigkeit.

E

Efeu


Der immergrüne Efeu ist ein Symbol der Treue, der vegetativen Kräfte und Fruchtbarkeit sowie der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens.

Ei


Sinnbild der Geburt, des Ursprungs der Schöpfung, des Werdens und der Schöpfung.

Eiche


Die Eiche ist Symbol der Treue, Standhaftigkeit und Beständigkeit, aber auch der Kraft, Härte, Stärke und Männlichkeit.

Eichelhäher


Der Eichelhäher ist mit der Krähe, dem Raben und der Amsel verwandt. Er gilt daher als Unglücksbote, wenn auch nicht in dem Maße wie Krähe oder Rabe.

Eichhörnchen


Wie der Fuchs wurde im Mittelalter das Eichhörnchen durch sein rotes Fell mit dem Teufel in Verbindung gebracht und symbolisierte damit das Böse.

Eidechse


Wie Kröten, Schlangen und Molche ist auch die Eidechse negativ besetzt und gilt als Verkörperung des Bösen. Ausnahme: Eidechsen, deren verlorenes Schwanzglied nachwächst, symbolisieren die Wiedergeburt.

Einhorn


Im Mittelalter war das Einhorn ein Mariensymbol. Es stand für Christus, das Horn war seine Stärke. Die Hunde, die das Einhorn treiben, sind Barmherzigkeit, Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit. Es liess sich durch keinen Jäger fangen, nur der Jungfrau Maria legte es seinen Kopf in den Schoß.
Heute steht das Einhorn eher für elementare Kraft, Vitalität, Reinheit und Lauterkeit.

Einsiedler


Einsiedler als Symbolfiguren sind Sucher nach den tiefsten Wahrheiten über das menschliche Dasein, sie stehen für Weltabgeschiedenheit, Frömmigkeit und symbolisieren auch den Weisheitslehrer für andere Menschen.

Elefant


In Asien steht der Elefant für Macht, Weisheit, Frieden, Glück, Kraft und Festigkeit. Der weiße Elefant ist das Symbol für den Buddhismus. Auch die Afrikaner verehren den Elefanten als Symbol für Kraft, Glück und ein langes Leben.
In Europa verkörpert er eine erdverbundene Wirklichkeit, Lebensweisheit, Tradition und in sich ruhende Stärke, der jede Aggressivität fehlt.

Elster


Symboltier mit zwielichtigem Charakter, steht für übersteigertes Streben nach materiellem Besitz, Diebstahl und Geschwätzigkeit.

Engel


Engel sind ein universelles Symbol für die Spiritualität des Menschen, sie sind Wächter über Paradies und Hölle und Götterboten.

Erdbeere


Die Erdbeere ist ein Sinnbild der erotischen Liebe, Sinnlichkeit, des Begehrens und bei Moralisten die Verlockung zur Sünde.

Esel


Dummheit, Faulheit, Trägheit und Starrsinn wird vom Esel verkörpert.

Eule


Die Eule ist das heute Symboltier für Weisheit, gepaart mit seelischem Tiefgang, Gelehrsamkeit und das Wissen der Nacht.
Im Mittelalter wurde die Eule als Unglücksbringer und Totenvogel angesehen.

F

Fackel


erhoben und brennend: Symbol für das Leben und das Fortbestehen
gesenkt und gelöscht: Symbol für Niedergang und Tod

Fähre


Die Fähre bzw. der Fährmann sind Symbole für die Überfahrt auf dem Fluss des Lebens ins Totenreich.

Falke


In der modernen Kunst steht der Falke als Symbol für Freiheit und Hoffnung für alle, die in innerer oder äußerer Knechtschaft leben.

Fäulnis


Faules Obst o. ä. auf Stillleben steht für Vergänglichkeit, Sterben und den Tod.

Feder


Die Feder ist eine Botschaft aus dem Jenseits, aus dem Himmel. Damit schafft sie eine Verbindung zu anderen Welten.

Feige


Feigen können dreimal pro Jahr geerntet werden, deshalb symbolisiert sie auch die Fruchtbarkeit und den Reichtum. Allerdings hat die Feige auch einen sexuellen Aspekt: la fica, wie die Feige im Italienischen heisst, bedeutet in der gleichen Sprache auch das weibliche Geschlechtsteil. Sie steht also deshalb auch für weibliche Sinnlichkeit, Fruchtbarkeit und Sexualität schlechthin.

Fenster


Fenster symbolisieren Verbindungen zwischen den inneren Räumen eines Hauses oder der Seele und der Welt da draußen. Manchmal stehen sie auch für spirituelle Bedeutungen, nämlich der Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits.

Feuer


Feuer ist eines der antiken Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Es kann destruktiven Symbolgehalt haben: Gefahr, Aggression, Explosion, aber auch im Sinne von Erleuchtung gebraucht werden, oder aber auch als Symbol (Flamme) des Lebens. Kerzen und Fackeln gelten brennend als Sinnbilder für Leben, gelöscht als Symbol für den Tod.

Fledermaus


Symbol der bösen Mächte, der Teufel und andere dämonische und lichtscheue Wesen werden in der Kunst oft mit Fledermausflügeln dargestellt.

Fliegen


Fliegen sind ein Symbol für Kurzlebigkeit, aber auch für Krankheit, Tod und Verderben. Sie werden auch mit dem Teufel assoziiert (Herr der Fliegen).

Flügel


Flügel stehen für die Sphäre des Geistigen, Göttlichen, Spirituellen (z. B. Engel), aber auch für Freiheit und Unabhängigkeit (Ikarus). Gebrochene Flügel bedeuten dann also das Gegenteil: Verlust der Freiheit, gescheiterte Träume.

Fuchs


Der Fuchs steht für listige Umtriebe, für Intuition und Betrug. Im Mittelalter wurde er wegen seines roten Fells als Symbol des Bösen dargestellt.

G

Gelb


Im Mittelalter galt Gelb als die Farbe der Schande. Bis zum heutigen Tag ist sie Symbol für Neid und Eifersucht.

Gold


Der Glanz des Goldes verkörperte vor allem im Mittelalter das himmlische Licht.

Granatapfel


Der Granatapfel ist ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

H

Hahn


Der schwarze Hahn symbolisiert das Teuflische, Diabolische.
Ansonsten ist er der Verkünder des Lichts und ein Symbol für Fleiss und Weisheit.

Hase


Der Hase ist ein Attribut der Mondgottheiten (Hermes, Merkur, Aphrodite und Eros). Er symbolisiert das Licht in der Finsternis sowie die Wiedergeburt. Aber er steht auch – wegen seiner hohen Vermehrungsrate – als Sinnbild für sexuelle Aktivität und Fruchtbarkeit.
Ein weißer Hase zu Füßen von Heiligen, Kirchenmenschen oder der Jungfrau Maria stellt den Sieg über die sinnliche Begierde dar.

Hengst


Symbol für männliche Kraft, Macht und Ehre, für Mut und Freiheit.

Henne


Eine Henne ist das Symbol für fürsorgliche und beschützende Mütterlichkeit.

Herz


Symbol der Liebe.

Heuschrecke


Die Heuschrecke ist ein Symbol der Gefräßigkeit und Zerstörung und gilt als Sinnbild für die Heimsuchung Gottes oder die sieben Plagen.

Hirschhornkäfer


Wie alle Insekten (mit Ausnahme der Schmetterlinge) ist auch der Hirschhornkäfer Symbol für das Böse.

Hirte


Der Hirte hat in vielen Kulturen den Status einer fürsorglichen und beschützenden Gestalt. In der christlichen Kunst verkörpert der Hirte Jesus.

Horn


Gehörnte Tiere symbolisieren Fruchtbarkeit und Manneskraft.

Hund


Symbol für Treue, aufrechte Zuneigung und Wachsamkeit. Schwarze Hunde werden mit dem Teufel in Verbindung gebracht.

I

Insekten


Insekten stehen für das Negative, sie werden in Verbindung gebracht mit Verletzung, Schmutz, Kot, Fäulnis, Verwesung, Verderbnis, Aas, Zersetzung und Tod.
Positiv besetzt sind lediglich Bienen, Schmetterlinge und einige Käfer (Marienkäfer, Maikäfer, Skarabäus).

J

Jahreszeiten


Die Darstellung der Jahreszeiten symbolisiert das Jahr und auch die verschiedenen Lebensalter eines Menschen (Geburt, Entwicklung, Reife und Alter)

Judas


Judas steht in der Kunst für Verrat und die Figur des Verräters an sich.

K

Kamel


Das Kamel symbolisiert starke Überlebenskraft, enorme Ausdauer, Durchhaltefähigkeit und Belastbarkeit.

Katze


Eine schwarze Katze symbolisiert etwas Schlechtes, auch ein Omen und als dämonische Wesen verkünden die Katzen Zukunft und Schicksal. Ansonsten steht die Katze für Eigenwilligkeit, unberechenbare Launen, Triebhaftigkeit und den Drang nach Freiheit.

Kelch


Der Kelch (auch der Becher oder die Schale) symbolisieren das Weibliche oder den weiblichen Schoß durch ihre offene Form, die auf das Empfangen eingestellt ist.

Kerze


brennend: Sinnbild des Lebens.
herabgebrannt oder erloschen: Todes- bzw. Vanitas-Symbol.

Kette


Die Kette als Symbol kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Zum einen steht sie für ein Amt, eine Funktion und Macht, aber auch für Abhängigkeit, Unterdrückung, Gefangenschaft und Sklaverei.
Die gesprengte Kette steht deshalb auch für wiedererlangte Freiheit.

Kirschblüten


Symbol für Reinheit, Schönheit und Glück.

Kranich


In der christlichen Kultur ist der Kranich ein Symbol für Liebe, Treue (sie sind monogam) und für Güte. In asiatischen Ländern steht der Kranich für Langlebigkeit, Weisheit und Glück. Der weiße Kranich gilt als heilig und ist der Begleiter der Unsterblichen.

Krebs


Da der Krebs im Laufe seines Lebens mehrfach den Panzer wechselt, gilt er als Symbol für Unsterblichkeit und Selbsterschaffung, und damit auch der Wiedergeburt.

Kreis


Der Kreis hat keinen Anfang und kein Ende. Deshalb gilt er als Symbol für Vollkommenheit und Unendlichkeit. In dem Runden liegt auch die Gebärde des Umarmens. Der Kreis symbolisiert deshalb auch die Geborgenheit, das Schützen und In-sich-Bewahren.

Kreuz


Symbol des Christentums.

Krone


Die Krone ist Symbol von herrschaftlicher Würde, der Macht und der Weihe.

Kröte


Die Kröte gilt als Verkörperung des Bösen und als Hexentier, als negativer Aspekt des Weiblich/ Mütterlichen.

Kugel


Die Kugel ist ein Symbol für die Vollständigkeit und Ganzheit, für die Seele und die Gesamtheit aller einander aufhebenden Gegensätze.

Kuh


Die Kuh, die ihr Junges säugt, ist ein Symbol für Mütterlichkeit.

L

Labyrinth


Ein Labyrinth ist Symbol für einen Erkenntnis- und Reifungsweg, aber auch für einen Irrweg oder Orientierungslosigkeit.

Lamm


Durch seine weiße Farbe ist es ein Symbol der Sanftmut, Unschuld und Reinheit, aber auch für Jesus Christus (* Agnus Dei).

Laute


Die Laute ist ein Symbol für die Musik (eine der sieben freien Künste – Artes liberales).

Lebensbaum


Der Lebensbaum verbindet das Diesseits mit dem Jenseits Jenseits, die sichtbare mit der unsichtbaren Welt.

Leiter


Die siebensprossige Leiter symbolisiert die sieben freien Künste (* Artes liberales). Sie ist aber auch eine Verbindung des Menschen zum Himmel und zu Gott.

Lilie


Die weiße Lilie symbolisiert die Reinheit und Keuschheit.

Lotus


Der Lotus ist das Symbol für die Blume, die am Anfang war, worin das Leben entsteht und vergeht. In Asien steht der Lotus auch für Erleuchtung, die Entfaltung des Geistes und die Weisheit.

M

Maiglöckchen


Maiglöckchen symbolisieren Jungfräulichkeit.

Mantel


Der Mantel ist ein Symbol des persönlichen Schutzes vor bedrohlichen Einflüssen der Umwelt (z.B. vor Kälte, Schutzlosigkeit oder Bloßstellung) und er vermittelt Wärme, Sicherheit, Schutz und Geborgenheit.

Maske


Die Maske ist Symbol für Verfremdung, Verzauberung, Verwandlung, aber auch für das Verstecken und Verbergen.

Maulwurf


Der Maulwurf, der das Tageslicht scheut, zählt zu den Symbolen der Mächte der Finsternis.

Maus


Die Maus steht – wie der Maulwurf – als Symbol für Tod und Teufel.

Mistel


Die Mistel ist ein Glücks- Heil- und Fruchtbarkeitssymbol.

Molch


Der Molch ist wie die Kröten, Salamander, Schlangen und Eidechsen ein Symbol und die Verkörperung des Bösen.

Mond


Der Mond ist das Auge der Nacht und ein Seelensymbol. Die Darstellung des abnehmenden Mondes bedeutet Düsterheit, Trauer, Abschied, verbunden mit negativer Symbolkraft. Der zunehmende Mond (Halbmond) steht für Licht und Wachstum.

Muschel


Da die Muschel aufgrund ihrer Form dem weiblichen Geschlecht (Vulva, Vagina) ähnelt, symbolisiert sie die weibliche Sexualität, Erotik und Fruchtbarkeit. Offene Muschelschalen sind ein Memento-mori-Symbol (Tod, Sterben, Vergänglichkeit).

Musikinstrumente


Musikinstrumente sind Symbole kultivierter Lebensart.

N

Nacktheit


Der nackte Körper zeigt den Menschen, wie er wirklich ist, sein wahres Ich. Unbedeckt, ehrlich und unverhüllt. Das innerste Wesen. Nacktheit kann aber auch Ausdruck von Sinnlichkeit und Sexualität sein.

Narzisse


Symbol des Frühlings

Nest


Das Nest ist ein Symbol für Geborgenheit, Zuhause-Sein und Ruhe.

O

Obelisk (Spitzsäule)


Der Obelisk symbolisiert die Verbindung zwischen Erde und Himmel, er ist aber auch ein phallisches Symbol und steht für männliche Zeugungskraft, Fruchtbarkeit und Erneuerung, für Potenz und Macht.

Ochse


Symbol für Friedfertigkeit und Geduld, Sinnbild des Leidens, des gutmütigen Dieners, der Passivität und der gutmütigen Stärke.

Ö

Ölzweig


Symbol des Friedens und des Sieges

P

Palme


Der elastische Stamm der Palme hält allen Stürmen stand und ist deshalb ein Sinnbild für Sieg, Standhaftigkeit und Stärke.

Panther


Der Panther ist Symbol für Kraft sowie List.

Pantoffel


Der Pantoffel ist ein Symbol der Frauenherrschaft über den Mann.

Papapgei


Symbol für schrilles und närrisches Verhalten. Der Papagei ist lebendig, farbig, lebensfroh, exotisch, nervend und aufgeregt.

Pegasus


Der Pegasus vereint die symbolischen Aspekte des Pferdes (Vitalität, Kraft) mit der Losgelöstheit von der Erdenschwere eines Vogels.

Pelze und Pelzkragen


Symbole hochherrschaftlicher und feudaler Lebensart.

Pentagramm


Der Fünfstern, den man in einem Zug zeichnen kann, galt als magischer Abwehrzauber gegen dunkle Mächte. Heute steht er eher als Symbol für Schwarze Magie und Satanisches.

Perlen


Perlen symbolisieren die Jungfräulichkeit, Reinheit und Perfektion.

Pfahl


Ein Pfahl (oder eine Säule) symbolisiert eine Verbindung zum Himmel und die damit verbundenen positive Kräfte.

Pfau


Der Pfau ist ein Symbol der Eitelkeit, des selbstgefälligen Stolzes und Hochmuts, des Narzissmus und des Luxus.

Pfeife


(ausgebrannt): Vergänglichkeits- (Vanitas-) Symbol.

Pfeil


Symbol von Schicksalsereignissen: Tod, Liebe und Schmerz.

Pferd


Weißes Pferd: Lichtbringer.
Schwarzes Pferd: Symbol für Tod und Verderben.

Pilz


Symbol für Langlebigkeit und Glück (Fliegenpilz).

Q

Quitte


Symbol für Fruchtbarkeit

S

Sanduhr


(Vanitas-)Symbol für Vergänglichkeit, rasch verrinnende Zeit und das nahende Ende.

Saphir


Aufgrund seiner blauen Farbe wird dieser Edelstein mit dem Himmel in Verbindung gebracht und symbolisiert Keuschheit sowie die Liebe zur Wahrheit und Aufrichtigkeit.

Sarkophag


Symbol des Todes, Memento-mori-Symbol

Schachbrett


Ein Schachbrett hat 64 Felder. Diese symbolisieren alle gegensätzlichen Kräfte, schwarz und weiß, Tag und Nacht, Licht und Schatten, das Gute und das Schlechte.

Schaf


Das weibliche Schaf symbolisiert Gutmütigkeit, Hilflosigkeit, Dummheit, Ängstlichkeit und ist immer leichte Beute für den Wolf. Der Widder hingegen steht für Stärke, Entschlossenheit und auch Zorn.

Schellenkappe


Die Schellenkappe oder auch der Narrenhut ist ein Symbol der Narren.

Schiff


Symbol für den Kampf des Menschen gegen (Natur-)Gewalten, außerdem ein Sinnbild für die Schicksalschläge des Lebens und das Ankämpfen gegen seine Kleinheit und Vergänglichkeit.

Das Schiff ist desweiteren ein Symbol für die Kirche.

Schimmel


Das weiße Pferd ist ein Symbol für das Gute und Reine.

Schimmelpilz


In Stillleben ist der Schimmelpilz ein Symbol für Vergänglichkeit (Memento-mori-Symbol).

Schlange, die sich in den Schwanz beißt


Sie ist ein Symbol für die Ewigkeit.

Schleier


Sinnbild für Trauer

Schmetterling


Der Schmetterling ist ein Symbol für Verwandlung und Transformation, weil er sich aus einer unattraktiven Raupe in ein schönes, ätherisches Tier verwandeln kann. Außerdem versinnbildlicht er die Auferstehung. Aber auch das Unstete, Flatterhafte und die Leichtlebigkeit.

Schnecke


Die Schnecke ist ein Symbol für Langsamkeit, Bedächtigkeit und Trägheit. Aber auch für Rückzugstendenzen (sich ins Schneckenhaus zurückziehen). Ein leeres Schneckenhaus in der Stillleben-Malerei ist ein Memento-Mori-Symbol.

Schneeglöckchen


Das Schneeglöckchen symbolisiert Demut.

Schwalbe


Die Schwalbe symbolisiert den Neubeginn, den Frühling und die Hoffnung.

Schwan


Der weiße Schwan ist das Symbol des Lichts und der Reinheit, der Reifung und Vollendung (das Gefieder wird immer weißer). Er steht für Mut sowie edle Herkunft, denn er ist der König der Wasservögel.

Schwarz


...ist – ebenso wie Weiß – eine “absolute Farbe”. In der europäischen Kunst werden damit negative Aspekte assoziiert (Schwarze Magie, Schwarzer Mann etc.)
Schwarz ist aber auch eine Farbe der Trauer.

Schwein


Das Schwein ist Symbol für Glück und ungezügelte Wollust, für Fruchtbarkeit und Wohlstand.

Schwert


Das Schwert symbolisiert Aufbruch, tatkräftige Entscheidungsfähigkeit, Bereitschaft zur Veränderung, Entschlossenheit, Mut und Initiative.

Seifenblase


Wegen ihrer raschen Vergänglichkeit ist die Seifenblase ein Memento-Mori-Symbol.

Silber


Dieses mild schimmernde bis weißleuchtende Metall steht für Reinheit. Es symbolisiert aber auch den Mond und damit das weibliche Prinzip (Mondgöttin Selene – Herrin alles Lebendigen, Herrin der Geburten).

Sintflut


Das Symbol für das Gottesgericht.

Skelett


Symbol des Todes

Skorpion


Symbol für Falschheit, Lüge und Treuelosigkeit

Sonnenblume


Die Sonnenblume ist das Symbol für ein langes Leben.

Sonnenuhr


Symbol für die schnell vergängliche Zeit.

Sperling


Symbol für Begrenztheit, Beschränktheit (Spatzenhirn, ein Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach).

Sphinx


Die Sphinx ist ein Symbol für das Undurchschaubare, Unergründliche, Rätselhafte.

Spiegel


Der Spiegel weist hin auf (Selbst)Erkenntnis, Bewusstwerdung, auf Klarheit und Wahrheit.

Spindel


Die Spindel ist das Symbol der Schicksalsgöttinnen, die den Lebensfaden spinnen.

Stein


Der Stein ist die Grundlage und die Basis, er ist das Fundament und symbolisiert Stabilität und Beständigkeit.

Stern


Sterne sind Attribute aller Himmelsköniginnen, die oft auch eine Sternenkrone tragen. Sie können auch für hohe oder allzu hohe Ideale stehen.

Stier


Der Stier ist das Symbol für die männliche Zeugungskraft.

T

Tanz


Der Tanz symbolisiert den Dialog zwischen Innen- und Außenwelten, kann aber auch eine meditative, in sich selbst versunkene Bedeutung haben.

Taube


Die weiße Taube als Friedenssymbol

Am bekanntesten ist die weiße Taube heute natürlich als Friedenstaube. Diese Bedeutung hängt stark mit der biblischen Erzählung von Noah zusammen: Nach der Sintflut kehrt die Taube mit einem frischen Olivenblatt zurück. Damit erkennt Noah, dass das Wasser zurückgegangen ist und neues Leben möglich wird. Ursprünglich steht dieses Zeichen also vor allem für Rettung, Neubeginn und Rückkehr des Lebens; später wurde daraus immer stärker ein Symbol für Frieden und Versöhnung.

Sehr berühmt wurde die Friedenstaube im 20. Jahrhundert durch Pablo Picasso. Seine Taubenbilder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit der internationalen Friedensbewegung verbunden; eine Tauben-Lithografie wurde für den ersten Internationalen Friedenskongress 1949 verwendet. Interessant ist: Bei Picassos Modell handelte es sich eigentlich um eine weiße Fächertaube beziehungsweise einen Taubenvogel, den er von Matisse bekommen hatte. Trotzdem wurde daraus eine der bekanntesten modernen Bildformeln für Frieden.

Die Taube im Christentum: Heiliger Geist und göttliche Gegenwart

In der christlichen Kunst ist die Taube vor allem das Symbol des Heiligen Geistes. Die Grundlage dafür liegt in den Evangelien: Bei der Taufe Jesu wird beschrieben, dass der Geist Gottes „wie eine Taube“ auf ihn herabkommt.

Darum erscheint die weiße Taube in vielen Darstellungen der Taufe Christi, aber auch in der Verkündigung an Maria. Oft schwebt sie auf einem Lichtstrahl herab — als sichtbares Zeichen des Göttlichen, das in die irdische Welt eintritt. Das Metropolitan Museum beschreibt zum Beispiel Verkündigungsszenen, in denen die Taube ausdrücklich den Heiligen Geist bezeichnet.

In diesem Zusammenhang bedeutet die Taube nicht einfach „ein netter Vogel“, sondern:
Inspiration, göttlicher Atem, Gnade, Reinheit, geistige Durchdringung und himmlische Sendung.

Die Taube in Mythologie und Antike: Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit

Noch vor der christlichen Symbolik war die Taube eng mit weiblichen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttinnen verbunden. In der griechischen Mythologie gehört sie zu Aphrodite, der Göttin der Liebe, Schönheit, Lust und Fruchtbarkeit; bei den Römern entspricht ihr Venus. Britannica nennt Tauben, Schwäne und Sperlinge als heilige Tiere Aphrodites, und auch Theoi beschreibt die Taube als Vogel der Liebe und als der Aphrodite heilig.

Das ist spannend, weil die Taube dadurch nicht nur „unschuldig“ ist. In der antiken Bildwelt kann sie auch für Begehren, Zärtlichkeit, Paarbindung, Schönheit, Erotik und Lebenskraft stehen. Die spätere weiße Friedenstaube ist also nur eine Schicht auf einem viel älteren Symbol.

Warum gerade weiß?

Die Farbe Weiß verstärkt bestimmte Bedeutungen: Reinheit, Licht, Unschuld, Klarheit, Transzendenz, Unversehrtheit. Eine weiße Taube wirkt deshalb in Bildern schnell wie etwas, das nicht ganz zur schweren irdischen Welt gehört. Sie scheint fast „lichtgeboren“ — ein Wesen zwischen Materie und Geist.

Darum eignet sie sich in der Kunst so gut für Übergangssituationen: Geburt, Taufe, Verkündigung, Tod, Frieden nach Katastrophe, Versöhnung nach Konflikt, Hoffnung nach Dunkelheit.

Die Taube als Seele

In religiöser und symbolischer Kunst kann die Taube auch für die Seele stehen. Besonders bei Grabkunst, Trauerbildern oder spirituellen Darstellungen wird der Vogel zum Bild für etwas, das sich vom Irdischen löst. Eine aufsteigende weiße Taube kann bedeuten: Die Seele steigt empor, sie wird frei, sie kehrt heim.

Hier wird die Taube sehr zart und berührend: nicht laut, nicht dramatisch, sondern still. Fast wie ein letzter Atemzug in sichtbarer Form.

In der Bildsprache: Worauf Du achten kannst

Eine weiße Taube verändert ihre Bedeutung je nach Darstellung:

Darstellung mögliche Bedeutung:
Taube mit Olivenzweig: Frieden, Versöhnung, Neubeginn
Taube im Lichtstrahl: Heiliger Geist, göttliche Inspiration
Taube über Maria oder Christus: Gnade, Inkarnation, göttliche Sendung
Zwei Tauben: Liebe, Treue, Paarbindung, Harmonie
Aufsteigende Taube: Seele, Befreiung, Übergang, Tod und Hoffnung
Eingesperrte Taube: gefangene Seele, Sehnsucht nach Freiheit
Verletzte oder tote weiße Taube: verlorener Frieden, zerstörte Unschuld
Taube vor dunklem Grund: Hoffnung im Dunkel, Licht gegen Gewalt

Kurz gesagt:

Die weiße Taube ist eines dieser Symbole, die scheinbar einfach sind — und gerade deshalb so stark. Sie kann Frieden bedeuten, aber auch Liebe, Reinheit, göttlichen Geist, Seele, Hoffnung und Neubeginn. In der Mythologie gehört sie zur Sphäre der Liebesgöttinnen; im Christentum wird sie zum Zeichen des Heiligen Geistes; in der modernen Kunst wird sie, besonders durch Picasso, zur weltweiten Friedensikone.

Und vielleicht ist genau das ihre eigentliche Kraft: Sie ist klein, weich, verletzlich — und trotzdem trägt sie eine ungeheure symbolische Last. Eine weiße Taube im Bild sagt oft: Nach allem, was geschehen ist, ist noch Licht möglich.

Tennisschläger


Etwas, um die Zeit totzuschlagen und damit ein Symbol des Müßiggangs.

Teufel


Verkörperung des Bösen.

Tiger


Der Tiger steht für energetische Kraft.

Tisch


Der vollbeladene Tisch ist ein altes Symbol für die Fülle des Lebens und damit der vitalen Energie, die durch Essen und Trinken gewonnen wird. Ein leerer Tisch weist auf Kargheit, Armut, Leere und Bedürftigkeit hin.

Totenkopf


Memento-Mori-Symbol, Sinnbild für Vergänglichkeit

Treppe


Die Treppe ist ein Symbol für den Aufstieg (oder Abstieg) zum Licht (oder ins Dunkel).

Tür


Symbolisiert den Übergang von einer Welt zur anderen.

U

Uhr


Symbol für den Lauf und den Rhythmus des Lebens, für Tag und Nacht. Auch für die verrinnende Zeit und verlorene Zeit

Urne


Memento-Mori-Symbol und ein Sinnbild  des Totengedenkens.

V

Vase


Symbol für das Gefäß, das weibliche Prinzip und für Reinwaschung

Veilchen


Sinnbild für Einfachheit und Bescheidenheit.

W

Waage


Symbol für Gerechtigkeit

Wasser


Sinnbild für den Quell allen Lebens

Weinlaub


Wein- und Efeublätter sind Symbol für Glück und Fruchtbarkeit.

Widder


Der Widder ist das Symbol für männliche Zeugungskraft.

Wolf


Sinnbild des Bösen, des Kampfes, der Kraft und Aggression. In anderen Kulturen ist der Wolf ein Totem-Tier und hat oft eine positive, mütterliche Bedeutung.

Wolke


Symbol für Verhüllung und die Nähe Gottes.

X

Xanthippe


Symbol für eine böse, zänkische Frau.

Y

Yin & Yang


Die beiden Begriffe stehen für polar gegenüberstehende, aber unauflösbar miteinander verbundene Prinzipien. Yin ist Symbol für die Erde, das Negative, Weibliche, Nördliche, Kalte, Feuchte, Passive, Dunkle und Weiche, während Yang immer das Gegenteil repräsentiert, also den Himmel, das Positive, Männliche, Warme, Trockene, Aktive, Helle und Harte.

Z

Zapfen


… von Nadelbäumen gelten als Fruchtbarkeitssymbol.

Zentaur


Symbol der ungestümen, instinkthaften Tiernatur und der triebhaften, phallisch-vitalen Kraft des Pferdes.

Ziege


Symboltier für Nahrungsspenderin und Muttertier. Der Ziegenbock dagegen gilt als Verkörperung von Lüsternheit, männlicher Triebstärke und Zeugungskraft.

Zitrone


In der Kunstgeschichte begegnet uns die Zitrone besonders häufig im Stillleben des 17. Jahrhunderts, vor allem in der niederländischen Malerei. Dort liegt sie oft halb geschält auf einem Tisch, die Schale kringelt sich elegant über die Tischkante, daneben Glas, Silber, Wein, Austern, Brot oder Messer.

Diese geschälte Zitrone ist fast schon ein Klassiker. Sie bedeutet häufig:

Das Leben ist verführerisch schön — aber nicht nur süß.

Von außen leuchtet sie golden, duftet frisch, wirkt kostbar und appetitlich. Doch ihr Inneres ist sauer, manchmal bitter. Genau darin liegt ihre symbolische Kraft: Sie erinnert daran, dass Schönheit, Genuss und Reichtum eine Kehrseite haben können. Die National Gallery of Art nennt die herabhängende Zitronenschale ausdrücklich als mögliches Zeichen für die Vergänglichkeit des Lebens in niederländischen Stillleben.

Vanitas: die Zitrone als Erinnerung an Vergänglichkeit

In sogenannten Vanitas-Stillleben geht es um die Vergänglichkeit alles Irdischen: Reichtum, Schönheit, Genuss, Wissen, Macht — alles vergeht. Typische Zeichen sind Totenschädel, Uhren, erloschene Kerzen, zerbrochene Gläser, welkende Blumen, angefangene Mahlzeiten. Und eben: die geschälte Zitrone.

Warum? Weil eine aufgeschnittene oder geschälte Frucht bereits im Zustand des Vergehens ist. Sie trocknet aus, verliert Duft, Saft und Frische. In einem Bild kann sie also sagen:

Genieße das Leben — aber verwechsle Genuss nicht mit Ewigkeit.

Bei Willem Claesz. Heda beschreibt die National Gallery of Art zum Beispiel ein Bankett-Stillleben, in dem die Gegenstände die sinnlichen Freuden eines Festes zeigen, zugleich aber daran erinnern, dass diese Freuden nur vorübergehend sind. Dazu gehören unter anderem eine fast abgebrannte Kerze, zerbrochenes Glas und luxuriöse Speisen.

Luxus, Handel und Statussymbol

Historisch war die Zitrone in Nordeuropa lange kein alltägliches Obst. In Amsterdam des 17. Jahrhunderts galt sie als exotische Frucht. Die National Gallery beschreibt Zitronen in sogenannten pronkstilleven — also prunkvollen Schaustillleben — als teure, exotische Lebensmittel, die zusammen mit Glas, Porzellan, Teppichen und anderen Kostbarkeiten gezeigt wurden.

Eine Zitrone im Bild konnte also auch sagen:

Schau her: Hier ist Wohlstand. Hier ist Weltläufigkeit. Hier ist Zugang zu Handel, Luxus und fernen Ländern.

Gerade in den Niederlanden war das wichtig. Die Zitrone verweist indirekt auf Handelswege, Seefahrt, Kolonialwaren und den wirtschaftlichen Aufstieg der jungen Republik. In historischen Quellen zur Zitrusgeschichte in den Niederlanden wird deutlich, dass der Handel mit Orangen und Zitronen im 16. Jahrhundert stark zunahm; später wurde Amsterdam zu einem der wichtigsten Handelszentren Nordeuropas.

Mythologie: die Zitrone und die goldenen Äpfel der Hesperiden

In der antiken Mythologie ist es ein bisschen komplizierter. Die Zitrone selbst steht dort nicht so klar im Mittelpunkt wie etwa Apfel, Granatapfel oder Weintraube. Aber: Zitrusfrüchte wurden später oft mit den berühmten goldenen Äpfeln der Hesperiden verbunden.

Diese goldenen Früchte gehörten Hera und wuchsen in einem göttlichen Garten am westlichen Rand der Welt. Herakles musste sie als eine seiner Arbeiten holen. Ursprünglich waren diese „goldenen Äpfel“ wohl nicht unbedingt Zitronen — oft denkt man eher an Quitten oder andere goldene Früchte. Später wurden sie aber in der Vorstellung und Bildtradition zunehmend mit Zitronatzitronen, Orangen oder anderen Zitrusfrüchten verbunden.

Symbolisch stehen diese goldenen Früchte für Unsterblichkeit, göttliche Schönheit, Fruchtbarkeit, ewigen Frühling und das Goldene Zeitalter. In einer wissenschaftlichen Darstellung zur humanistischen Zitruskultur wird beschrieben, dass die Äpfel der Hesperiden in der Renaissance unter anderem Frieden, Gerechtigkeit, Fruchtbarkeit, ewigen Frühling und göttlichen Glanz bedeuten konnten.

Das ist wunderschön, oder? Die Zitrone hat also auch eine Verbindung zu diesem alten Traum: ein immergrüner Garten, goldene Früchte, Licht, Jugend, Unsterblichkeit.

Medizin, Reinigung und Schutz

Historisch hatte die Zitrone außerdem eine praktische und symbolische Nähe zu Heilung, Reinigung und Schutz. In frühneuzeitlichen Kräuter- und Arzneibüchern wurden Zitronen und andere Zitrusfrüchte für medizinische Zwecke beschrieben. Dodonaeus schrieb ihnen vorbeugende und heilende Wirkungen zu; spätere pharmazeutische Texte erwähnen Zitrone unter anderem gegen Magenbeschwerden, Fieber, Pestangst, Schwindel, schlechten Atem und Skorbut. Zitronensaft wurde auch zum Reinigen, zur Hautpflege und sogar als unsichtbare Tinte verwendet.

In einem Bild kann die Zitrone deshalb auch subtil an Frische, Reinigung, Gesundheit, Wachheit und Lebenskraft erinnern.

Die Zitrone kann in Kunst und Kultur bedeuten:

Vergänglichkeit: Geschälte oder angeschnittene Früchte verderben schnell
Vanitas: Erinnerung daran, dass Genuss und Reichtum nicht ewig sind
Bittersüßes Leben: Außen schön und golden, innen sauer
Luxus und Handel: Exotische Frucht, Zeichen von Wohlstand und Weltläufigkeit
Sinnlichkeit: Duft, Geschmack, Saft, Licht, Farbe
Malerische Virtuosität: Schwierige Texturen: Schale, Fruchtfleisch, Glanz, Transparenz
Heilung und Reinigung: Historische medizinische und praktische Verwendung
Mythologisches Gold: Verbindung zu den goldenen Äpfeln der Hesperiden
Lebenskraft und Frische: Licht, Säure, Duft, Wachheit, mediterrane Fülle