Ölmalerei Level 1 | Farben
Für das Nachmalen der hier vorgestellten Arbeiten solltest du unbedingt qualitativ hochwertige Ölfarben verwenden – keine Studienqualität und erst recht keine Acrylfarben.
Der große Vorteil von Ölfarbe ist, dass sie deutlich länger „offen“ bleibt als Acryl. Mit „Offenheit“ ist die Zeitspanne gemeint, in der die Farbe noch gut vermalbar ist. Außerdem ist die Farbtiefe bei Ölfarben in der Regel wesentlich schöner. Du wirst schnell merken: Ölfarben lassen sich kontrollierter und angenehmer verarbeiten – und auch Korrekturen sind vergleichsweise leicht umzusetzen.
Für die meisten Bilder arbeiten wir hier mit Norma Professional. Hin und wieder kommt eine andere Marke dazu – zum Beispiel, wenn ein Farbton dort noch stimmiger ist oder bei Norma schlicht nicht verfügbar ist. Welche Farben und Materialien du brauchst, stelle ich dir in jedem Tutorial konkret vor.
Farben mischen
Jeder Mensch nimmt Farben ein bisschen anders wahr – und erlebt sie auch unterschiedlich. Trotzdem ist das Mischen von Farben kein rein subjektiver Prozess: Es braucht Sachkenntnis, Übung und ein gewisses Maß an Genauigkeit.
Dabei geht es nicht darum, jeden Farbton millimetergenau zu treffen. In den meisten Fällen reicht es völlig, in die Nähe des gewünschten Tons zu kommen.
Wichtig ist beim Mischen nicht nur die „Richtung“ der Farbe, sondern auch ihre Eigenschaften: Wie hell oder dunkel ist sie? Wirkt sie brillant oder eher vergraut? Genau mit diesen Fragen beschäftigen wir uns ab dem zweiten Studienjahr deutlich intensiver.
Deckungsgrad
Nicht alle Farben haben den gleichen Deckungsgrad. Es gibt deckende und halbdeckende, transparente und halbtransparente Farben. Auf den Farbtuben ist der Deckungsgrad stets angegeben.
Lichtechtheit
Die Lichtechtheit wird auf jeder Farbtube angegeben, symbolisiert durch Pluszeichen oder Sternchen (+++++ oder *****). Je mehr Sternchen, desto besser. Eine ausführlichere Erklärung findest du untenstehend.
Lichtechtheit (auch „Permanenz“ genannt) beschreibt, wie gut ein Pigment in der Farbe dem allmählichen Verblassen durch Licht widersteht. Pigmente, die mit der Zeit deutlich nachlassen, nennt man oft flüchtige Farben.
Wenn du mit billigem Material malst, kann es passieren, dass von deinem Bild nach einigen Jahren kaum noch etwas übrig ist: Tageslicht greift die Pigmente an, lässt Farben vergilben und ausbleichen.
Gute Nachricht: Farben im höheren Preissegment sind in der Regel gut bis sehr lichtecht – und damit deutlich langlebiger.
Die folgende Abbildung zeigt links die Farben direkt nach dem Auftrag. Rechts siehst du, wie stark sie sich verändern können, nachdem sie längere Zeit dem Tageslicht ausgesetzt waren.
Ölmalerei Level 1 | Farben