Ölmalerei Level 3    |        ​​Chiaroscuro, Tenebrismus und Sfumato

Was versteht man unter Chiaroscuro?

Die Größe der Renaissance spiegelte sich in ihrem ebenso üppigen Kunststil wider. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kunst waren Künstler imstande, ihren Bildern wirkliche Tiefe und Drama zu verleihen.

Die Künstler der Epoche schafften dies durch neue Techniken, die sich auf die Manipulation von Licht und Dunkelheit konzentrierten.

Leonardo da Vinci

Velasquez

Die Kombination von zwei italienischen Wörtern - Chiaro, "hell" oder "klar" und Scuro, "dunkel" oder "finster" - wurde zu einer künstlerischen Methode, bei der mit Hilfe von Abstufungen von Licht und Schatten überzeugende dreidimensionale Szenen dargestellt wurden.

Leonardo da Vinci war ein Hell-Dunkel-Meister, der später Pionierarbeit im Sfumato leistete. Dies bedeutete, "wie Rauch zu verschwinden". Dabei wurden Schichten dünner Glasuren aufgetragen, um einen nebligen, fast ätherischen Effekt zu erzielen.

Caravaggio spielte eine Hauptrolle bei der Schaffung des Tenebrismus, einem anderen Stil, der sich auf den intensiven Kontrast zwischen dunklen und hellen Elementen eines Gemäldes konzentrierte. Diese Technik ist zu einem wichtigen Stilmerkmal der Barockzeit geworden.

Viele Ableger dieser Techniken sind bis zum heutigen Tag auch in der zeitgenössischen Kunst noch zu finden.

Helldunkel, Tenebrismus und Sfumato wurden und werden von Künstlern zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Man kann damit

-  ein geheimnisvolles, intimes Gefühl erzeugen 
-  eine psychologische Komplexität schaffen
-  alptraumhafte Realitäten oder eindringliche dramatische Begegnungen widergeben

Chiaroscuro

Chiaroscuro - Leonardo da Vinci

Chiaroscuro

Sfumato - Rembrandt

Chiaroscuro

Tenebrismus - Gerard van Honthorst

Für den Maler von heute ist dramatische Beleuchtung ein Werkzeug, das mit Bedacht eingesetzt werden muss. Wenn der Fokus eines Gemäldes auf der Form von Objekten oder der Form einer Figur liegt, kann Chiaroscuro außerordentlich hilfreich sein. Starkes gerichtetes Licht hebt Details und Merkmale hervor und verleiht ein wahres und verblüffendes dreidimensionales Erscheinungsbild.

Während Chiaroscuro Porträts manchmal etwas rauh erscheinen lässt, wirken sie bis zu einem gewissen Grad unnatürlich oder einfach zu dramatisch für das, was der Künstler zu porträtieren versucht.

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Die Technik des Barocks: Indirekte Malerei

Während der Barockzeit verwendeten die meisten Künstler Leinwände oder Tafeln, die dunkelbraun und sogar schwarz getönt waren. Das Arbeiten auf einer dunklen Basisschicht hat einige große Vorteile, die durch das Arbeiten auf einem hellen Untergrund nicht reproduziert werden können.

Rissbildung in Ölgemälden vermeiden

Diese Dame hat im Laufe der Zeit einige Falten bekommen.

Tatsächlich aber sind es Risse in den Farbschichten, auch Krakelee genannt.

Ein Krakelee entsteht, weil die Trocknung von Ölfarbe über Jahre andauert. In all den Jahren wird die Farbe härter und steifer. Schließlich kann sie dem Schrumpfen und Ausdehnen unter dem Einfluss von Temperatur und Feuchtigkeit nicht mehr folgen und sie reißt.

Was versteht man unter einer Imprimatura?

Unter Imprimatura versteht man das erste Tönen der Leinwand.
 
Imprimatura ist übrigens der englische Begriff, der sich inzwischen überall durchgesetzt hat. Im Deutschen spricht man von Imprimitur.

Die Tönung besteht traditionell aus einer Erdfarbe wie gebrannter oder natürlicher Umbra oder roher Sienna. Wenn Sie diesen Farbton auf Ihre Leinwand malen, dann erhalten Sie einen transparenten, getönten Untergrund, auf dem Sie weiterarbeiten können.

Was versteht man unter Grisaille?

Eine Grisaille ist normalerweise eine Untermalung in Grautönen (daher auch das Wort Grisaille - im Französischen bedeutet es Grau in Grau).

Man kann sie in Schwarz und Weiß malen. Andere Varianten sind Verdaccio (mit Grüntönen), Brunaille (Brauntöne), Dead Color (matte, gedämpfte Formen der Erdfarben) und so weiter.