Kunstakademie Artis
Du bist hier: Home | Ölmalerei, Level 1 | Bildträger in der Kunst – Materialien, Bedeutung und Einfluss auf das Kunstwerk
Was ist ein Bildträger? Der Bildträger ist die materielle Grundlage eines Kunstwerks – also die Oberfläche oder das Material, auf dem ein Bild geschaffen wird. Ohne einen geeigneten Bildträger könnten Farben, Pigmente oder andere künstlerische Medien nicht dauerhaft fixiert werden. In der Kunstgeschichte spielt die Wahl des Bildträgers eine entscheidende Rolle, da sie sowohl die Haltbarkeit als auch die Wirkung eines Werkes beeinflusst. Zu den bekanntesten Bildträgern zählen Leinwand, Holztafeln, Papier, Metall oder moderne synthetische Materialien. Je nach Epoche, Technik und künstlerischer Intention wählen Künstler unterschiedliche Untergründe, die den Stil und die Ausdruckskraft des Kunstwerks prägen.
Leinwand Die Leinwand ist einer der am häufigsten verwendeten Bildträger, insbesondere in der Malerei. Sie besteht meist aus Leinen oder Baumwolle und wird auf einen Keilrahmen gespannt. Vor dem Bemalen wird die Oberfläche in der Regel grundiert, damit die Farbe besser haftet und nicht in die Fasern eindringt. Vorteile von Leinwand: - relativ leicht und transportabel - flexibel und langlebig - ideal für große Formate - besonders geeignet für Öl- und Acrylmalerei Seit der Renaissance ist Leinwand ein Standardmaterial für Maler und wird bis heute weltweit verwendet.
Ein paar Informationen zur Leinwand... Leinwand ist im Deutschen ein falschbesetztes Wort. Manch einer sagt: Ïch gehe eine Leinwand kaufen, und kommt dann mit einem Baumwollspannrahmen zurück. Leinwand und Baumwolle sind grundverschiedene Malgründe! Leinwand hat ein geringeres Gewicht, sie ist wesentlich flexibler als Baumwolle, weshalb sie auch viel besser auf Temperaturschwankungen reagiert als Baumwolle.
Sie ist ein edleres (und teureres) Material als Baumwolle. In der hochpreisigen Kunst werden Bilder auf Baumwolle nicht gern gesehen, manche Galeristen lehnen sie von vornherein ab. Die beste (und teuerste) Leinwand ist Belgisches Linnen. Dieses Linnen ist sehr fein gewebt und eignet sich deshalb sehr gut für realistische Porträtmalerei. (Bilder: Belgisches Linnen: Vorder- und Rückseite.) In Deutschland wird es verkauft von z.B. Gerstäcker.
Leinwand hat aber auch Nachteile. Da es ein Naturprodukt ist, enthält das gewebte Tuch auch mitunter irgendwelche kleinen Unregelmäßigkeiten, die auch störend sein können, vor allem, wenn man sehr realistisch arbeitet. Woran erkennt man ein Leinwandgewebe? Die Struktur ist nicht so gleichmäßig wie bei Baumwolle – und die Rückseite des Gewebes ist braun. Baumwolle Baumwollgewebe sind für Hobbymaler sicher die bessere Alternative. Es gibt inzwischen auch sehr feine Gewebe, und vor allem sind sie eines: nämlich kostengünstig. Grundsätzlich sollte man seine Bilder immer vor starken Wettereinflüssen schützen, aber falls das mal nicht gelingt, dann reagiert Baumwolle weit empfindlicher als Leinwand. Sie wird bei heißen Temperaturen schneller brüchig als Leiwand und fängt bei Feuchtigkeit schneller an zu schimmeln. Malblöcke und Malpappen Malblöcke und Malpappen sind eine preiswerte Alternative vor allem für Anfänger und auch für Studienzwecke. In jedem etwas besseren Künstlerbedarf kann man Ölmalblöcke kaufen, die aus beschichteten Blättern mit leinwandartiger Struktur bestehen. Malpappen sind Pappen, die mit einem Baumwollmischgewebe beklebt sind. Wenn man allerdings ein Bild malen möchte, das ein paar Jahre überdauern soll, würde ich Ihnen von einer Malpappe abraten. Diese Pappen reagieren sehr empfindlich auf Luftfeuchtigkeit und krümmen sich sehr schnell. Dann ist Ihr Bild wertlos. Marouflé Marouflé ist eine MDF-Platte, die mit Baumwolle oder Leinen beklebt wurde. In Deutschland findet man eher Baumwolle auf diesen Platten, hier in Holland ist feine Leinwand üblich. Die Platten lassen sich prima bemalen, verziehen sich nicht und sind auch nicht teuer. Karton Karton ist auch ein Malgrund, der für die Ölmalerei verwendet werden kann, nur muss er vorher gut grundiert werden. Und natürlich reagiert Karton sehr empfindlich auf Luftfeuchtigkeit.
Paneel Vor der Verbreitung der Leinwand wurden Gemälde häufig auf Holztafeln gemalt. Diese Bildträger bestehen meist aus Linden-, Eichen- oder Pappelholz und wurden vor der Bemalung sorgfältig geglättet und mit einer Grundierung versehen. Holztafeln waren besonders im Mittelalter und in der frühen Renaissance verbreitet. Viele ikonische Altarbilder und religiöse Darstellungen wurden auf Holz geschaffen. Der stabile Untergrund ermöglicht sehr feine Details und eine präzise Maltechnik. Inzwischen greifen auch viele zeitgenössische Realisten wieder zum Paneel, weil man auf Holz aufgrund seiner Glätte und Beschaffenheit Dinge realisieren kann, die auf Leinwand nicht gelingen würden.
Papier Papier ist ein vielseitiger Bildträger und wird häufig für Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Studien verwendet. Künstler schätzen Papier vor allem wegen seiner unterschiedlichen Strukturen und Grammaturen. Typische Techniken auf Papier: Aquarellmalerei Tuschezeichnungen Pastell Drucktechniken wie Radierung oder Lithografie Durch seine leichte Verfügbarkeit wurde Papier zu einem wichtigen Medium für Skizzen und experimentelle Arbeiten. Metall und andere Materialien Neben klassischen Bildträgern existieren auch ungewöhnlichere Materialien. In der Kunstgeschichte wurden beispielsweise Kupferplatten, Aluminium oder sogar Glas als Bildträger verwendet. Moderne Künstler greifen zunehmend auf Kunststoffe, digitale Displays oder recycelte Materialien zurück. Diese experimentellen Bildträger eröffnen neue Möglichkeiten in der zeitgenössischen Kunst und erweitern den Begriff des klassischen Gemäldes.
Fazit: Der Bildträger als Fundament der Kunst Der Bildträger ist weit mehr als nur eine Oberfläche für Farbe. Er bestimmt maßgeblich Technik, Wirkung und Haltbarkeit eines Kunstwerks. Von traditionellen Materialien wie Leinwand, Holz und Papier bis hin zu experimentellen modernen Untergründen bietet er Künstlern zahlreiche Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung.
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Ein guter Pinsel ist weit mehr als nur ein Werkzeug. Er beeinflusst, wie präzise Du arbeiten kannst, wie weich Übergänge werden, wie kontrolliert Deine Lasuren gelingen und wie lebendig Deine Oberfläche wirkt. Wer versteht, welche Pinselarten, Pinselhaare und Pinselformen welche Wirkung erzeugen, arbeitet sicherer, sauberer und oft auch entspannter.
Wer mit Ölmalerei beginnt oder sich intensiver mit dem klassischen Bildaufbau beschäftigt, stolpert früher oder später über das Thema Malmittel. Für viele klingt das anfangs ein wenig geheimnisvoll: Leinöl, Standöl, Liquin, Terpentinöl, Firnis – was davon braucht man wirklich? Und was macht davon überhaupt Sinn?
Warum wirken manche Bilder von Anfang an überzeugend, während andere trotz Mühe und Technik nie ganz „zusammenkommen“? Sehr oft liegt der Unterschied nicht im letzten Pinselstrich, sondern im Anfang. Wer ein Motiv akademisch vorbereitet, schafft sich ein stabiles Fundament: für Proportion, Tonwert, Farbe, Komposition und malerische Klarheit. auch erfahrene Künstler.
Diese Art des Malens von Holzstrukturen ist die einfachste von allen. Eigentlich ist sie ein kleiner Taschenspielertrick. Dennoch ist es gut, auch ein paar kleine Tricks zu kennen.