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 ​Farbtuben lesen: Deckkraft, Lichtechtheit & Pigmentcodes bei Ölfarben verstehen

Wenn du realistisch in Öl malen möchtest, entscheidet nicht nur dein Können, sondern auch die Qualität deiner Farben. Für die hier vorgestellten Arbeiten empfehle ich dir deshalb hochwertige Ölfarben (Künstlerqualität) – keine Studienqualität und erst recht keine Acrylfarben. Der große Vorteil von Ölfarbe: Sie bleibt deutlich länger „offen“ als Acryl. Mit „Offenheit“ ist die Zeitspanne gemeint, in der die Farbe noch gut vermalbar ist. Dazu kommt die typische Farbtiefe: Ölfarben wirken oft satter, ruhiger und „reicher“. 

Du wirst schnell merken: Ölfarben lassen sich kontrollierter verarbeiten – und auch Korrekturen sind meist leichter möglich. Für viele Motive arbeite ich mit Rembrandt. Manchmal nutze ich zusätzlich andere Marken – etwa wenn ein Farbton dort stimmiger ist oder bei ​Rembrandt nicht verfügbar.

 Welche Farben und Materialien du brauchst, nenne ich dir in jedem Tutorial ganz konkret.

Das Wichtigste auf einen Blick: Farbtube „lesen“ in 30 Sekunden

Wenn du eine Tube in der Hand hast, checke diese Punkte:

  • Pigment(e) (Pigmentcode wie PB, PR, PY … + Nummer)
  • Deckkraft/Transparenz (Symbol: Quadrat/kreisähnliche Zeichen je nach Hersteller)
  • Lichtechtheit/Permanenz (Sternchen/Pluszeichen oder ASTM-Klasse)
  • Serie / Preisgruppe (meist „Series 1–6“ o.ä.)
  • Hinweis „Hue“ (Farbton-Nachbildung statt Originalpigment)

Deckungsgrad (Deckkraft): Warum dein Untergrund plötzlich „durchscheint“ 

Nicht alle Farben decken gleich. Es gibt deckende, halbdeckende, transparente und halbtransparente Farben. Auf der Farbtube ist das normalerweise mit einem Symbol angegeben (je nach Hersteller leicht unterschiedlich, oft ein Quadrat):

voll gefülltes Symbol = deckend
halb gefüllt = halbdeckend/halbdurchscheinend
leer = transparent
  
Praxis-Tipp für realistische Ölmalerei 


Deckende Farben sind ideal für Korrekturen, klare Kanten, helle Lichter.
Transparente Farben sind perfekt für Lasuren, Tiefe und „Glow“.

Wenn du dich wunderst, warum ein Ton „nicht hält“: Oft ist es schlicht eine transparente Farbe.Beispieltext. Klicke, um das Textelement auszuwählen.

Pigmentcodes: Das ist wichtiger als der Farbname 

Der Farbname auf der Tube kann verwirren – denn „Umbra“, „Permanent Red“ oder „Payne’s Grey“ sind je nach Hersteller oft unterschiedlich zusammengesetzt. Entscheidend ist die Pigmentangabe. Pigmentcodes erkennst du an Kürzeln wie:
 
PB = Pigment Blue (Blau)
PR = Pigment Red (Rot)
PY = Pigment Yellow (Gelb)
PG = Pigment Green (Grün)
PBr = Pigment Brown (Braun)
PBk = Pigment Black (Schwarz)
… plus einer Nummer (z. B. PB29).
  
Warum das für dich Gold wert ist 

- Du erkennst, ob eine Farbe einpigmentig ist (oft klarer, besser mischbar). 
- Du siehst, ob ein Farbton nur ein Marketing-Name ist.
- Du kannst Farben markenübergreifend besser vergleichen.
  
Profi-Tipp: 
Für sauberes Mischen sind einpigmentige Farben oft die beste Wahl.

„Hue“ auf der Tube: Was bedeutet das? 

Wenn auf der Tube „Hue“ steht (z. B. „Cadmium Red Hue“), ist es meistens eine Nachbildung des Originals – oft mit anderen Pigmenten. Das ist nicht automatisch schlecht, aber wichtig zu wissen:

- Mischverhalten, Deckkraft und Farbtiefe können abweichen.
- Bei manchen „Hue“-Tönen ist die Lichtechtheit anders.

Wenn du langfristig und „klassisch“ arbeiten willst, lohnt es sich, bei entscheidenden Farben genau hinzuschauen.

Serie / Preisgruppe: Warum manche Tuben deutlich teurer sind 

Viele Hersteller ordnen Farben in Serien ein (z. B. Series 1–6). Höhere Serien sind teurer – meist, weil die Pigmente seltener oder kostspieliger sind (klassische Beispiele sind bestimmte Kobalte, Cadmiums, echte Erd- oder Spezialpigmente – je nach Herstellerlinie). 

Wichtig: Teurer heißt nicht automatisch „besser“ – aber oft „anderes Pigment / andere Eigenschaften“. 

Lichtechtheit: Warum sie so entscheidend ist 

Die Lichtechtheit (auch „Permanenz“ genannt) beschreibt, wie gut ein Pigment dem allmählichen Verblassen durch Licht widersteht. Pigmente, die sichtbar nachlassen, nennt man oft flüchtige Farben. 

Warum das wichtig ist: 

Wenn du mit schwach lichtechten Farben arbeitest, kann es passieren, dass dein Bild nach einigen Jahren deutlich an Kraft verliert – Tageslicht kann Pigmente angreifen, Farben vergilben oder ausbleichen. Die Lichtechtheit wird auf vielen Farbtuben angegeben, z. B. über:
 
Sternchen (z. B. *****), oder
Pluszeichen (z. B. +++++), oder
ASTM-Klassen (häufig I = sehr gut, II = gut, III = mäßig)
  
Faustregel für langlebige Bilder:

 Für ernsthafte Arbeiten wähle möglichst sehr gute bis ausgezeichnete Lichtechtheit. Die unten stehende Abbildung zeigt links die Farben direkt nach dem Auftrag und rechts, wie stark sie sich verändern können, nachdem sie längere Zeit Tageslicht ausgesetzt waren.

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Entscheidend ist, was in der Tube steckt: Pigmente, Bindemittel, Füllstoffe – und wie sauber die Farbe verarbeitet wurde. 

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