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Efeu: 50 shades of green

Natürliche Grüntöne sind mit reinen Farben aus der Tube nicht zu erreichen. 

Wenn man sich intensiver mit Landschaften, Naturszenen oder Stillleben beschäftigen möchte, dann ist ein schönes, natürliches Grün die Grundvoraussetzung.

Ganz nebenbei können wir uns im Malen von Blättern üben und beschäftigen uns auch wieder mit Bildtiefe.

Für das Bild benötigst Du:

Farben

  • Titanweiß
  • Kadmiumgelb
  • Vandyck-Braun
  • Kasslerbraun
  • Ocker, transparent
  • Ultramarin
  • Indigo
  • Kadmiumrot
  • von Rembrandt: Saftgrün

Pinsel

  • Rundpinsel 10/0 oder 5/0 von Da Vinci
  • Flachpinsel
  • Katzenzungenpinsel

Hilfsmittel

  • Paneel 18 x 24 cm
  • Bleistift HB
  • Saralpapier
  • Abreißpalette
  • alter Putzlappen
  • Palettenmesser
  • Terpentinöl
  • Liquin Fine Detail

Arbeitsschritte

50

1. Das Bild übertragen

Drucke dir das Foto in der Größe 18 × 24 cm aus.

Übertrage das Bild anschließend mit Saralpapier auf das Paneel.

1. Die Untermalung

Farbmischung 1
Kadmiumgelb und ein wenig Titanweiß für die hellen Bereiche der Blätter

Farbmischung 2
Kadmiumgelb und ein wenig Vandyck-Braun für die hellen Schatten der Blätter

Farbmischung 3
Kadmiumgelb und mehr Vandyck-Braun für die dunkleren Schatten der Blätter

Mische dir die oben genannten Farben an. Wie bei den Johannisbeeren beginnst du die Untermalung mit Gelbvariationen – hier startest du jedoch mit den Blättern, die ganz vorne im Bild liegen: Sie fangen das meiste Licht und sind deshalb am hellsten. 

Die Lichtpartien der Blätter untermalst du mit Kadmiumgelb, leicht mit Titanweiß aufgehellt. Für die Schatten mischst du Kadmiumgelb mit Vandyck-Braun: Je mehr Braun du zugibst, desto dunkler wird der Ton. 

Im Moment reicht jedoch nur ein Hauch Vandyck-Braun. Lege schon in der Untermalung Licht und Schatten klar an. Fotos wirken oft flacher, als die Realität – das menschliche Auge erkennt mehr, als eine Kamera einfangen kann. Präge dir das ein: Als Künstler:in musst du die Schwachstellen deiner Vorlage sehen und sie, wenn nötig, korrigieren. 

Für unser Bild bedeutet das: Gib dem Gemälde mehr Tiefe, als auf dem Foto sichtbar ist. Achte bewusst darauf, welche Blätter vorne liegen und welche zurücktreten. Die vorderen Blätter bleiben heller, die weiter hinten werden dunkler. Tiefe und Dimension gehören zu den wichtigsten Bausteinen realistischer Malerei. 

Wenn du an dem Punkt angekommen bist, den du im Video siehst, stell das Bild beiseite und lass es eine Woche trocknen.

2. Der Body

Die Untermalung ist nun abgeschlossen.

Erinnere dich: Als Nächstes folgt der Body. Mische dir einen mittleren Grünton – nicht zu hell, nicht zu dunkel. Verwende dafür Kadmiumgelb, Ultramarinblau und Transparenten Ocker. Experimentiere ruhig mit diesen Farben: Welche Grüntöne kannst du mit dieser Kombination erzeugen?

2. Der Body

Farbmischung 1

So ungefähr sollte dein mittleres Grün aussehen. Wenn du in die Nähe dieser Farbe kommst, ist das völlig in Ordnung. 

Mische dir von diesem Grün eine größere Menge. Das ist deine Basisfarbe für das Bild und bildet die Grundlage für alle weiteren Grüntöne deines Efeus.

Kleiner Tipp: Wenn du die Farbe nicht an einem Tag verbrauchst – kein Problem! Wickle deine Palette in Alufolie und lege sie anschließend in den Kühlschrank. So lassen sich übriggebliebene Farben prima aufbewahren und bleiben frisch.

Farbmischung 2

Aus deiner Basisfarbe kannst du nun ein helles Grün mischen, indem du mehr Gelb hinzugibst. Dieses Hellgrün verwendest du für die hellsten Bereiche im Bild.

Farbmischung 3

Nimm nun wieder deine Basisfarbe und mische Paynesgrau sowie Vandyck-Braun dazu. So erhältst du dein Grün für die dunkelsten Blätter und Schatten des Efeus.

Probiere aus, wie dein Grün aussieht, wenn du etwas Indigo zur Mischung gibst. Und wie wirkt es, wenn du stattdessen mehr Vandyck-Braun hinzufügst?

Gehen wir zurück zu deiner Basisfarbe. 

Versuche nun noch einmal, dein helles Grün zu mischen – diesmal aber mit Zwischenstufen. Gib zuerst nur ein wenig Gelb zur Basisfarbe. Dann legst du eine neue Mischung an: wieder Basisfarbe, aber mit etwas mehr Gelb. So gehst du Schritt für Schritt weiter, bis du bei deinem hellen Grün angekommen bist. 

Das selbe Prinzip wendest du jetzt auf dein dunkles Grün an: Basisfarbe plus ein wenig Vandyck-Braun und ein wenig Indigo oder Paynesgrau. Dann steigerst du die Zugabe der dunklen Farben nach und nach. Zwei Zwischenstufen reichen für dieses Bild völlig aus. 

Damit hast du nun alle Farbtöne, die du brauchst, um den Body zu malen. 

Jetzt geht es darum, die passenden Grüntöne für deine Blätter zu finden. Vielleicht fällt dir das am Anfang noch etwas schwer, und vielleicht triffst du hier und da nicht sofort den richtigen Ton – kein Problem. Lass das Bild trocknen und versuche es später noch einmal. 

Farben und Formen wirklich sehen zu lernen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kunst. Dieses „richtige Sehen“ hat man nicht automatisch – man muss es sich erarbeiten. Also kein Grund, frustriert zu sein, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Gib dir einfach ein bisschen Zeit. 

Blattadern 


Wenn es dir (noch) nicht gelingt, ganz feine Linien mit dem Pinsel zu ziehen, kannst du die Adern auch mit einem Schaschlikspieß vorsichtig herauskratzen. Das funktioniert allerdings nur, solange die Farbe noch frisch ist und nicht angetrocknet. Danach musst du die entstandenen Linien leicht tamponieren. 

Ich würde dir trotzdem empfehlen, mit den Blattadern bis zum nächsten Kapitel zu warten und sie dann zu malen. Zu dick geratene Linien kannst du jederzeit mit etwas Terpentin wieder abnehmen – es gibt also keinen echten Grund, Angst vor dem Malen dieser Linien zu haben.

3. Lasuren und Blattadern

Beginnen wir mit den Lasuren. Für die grünen Lasuren auf den Blättern kommt nun das Saftgrün von Rembrandt zum Einsatz. Bitte verwende kein anderes Grün und auch keine andere Marke, sonst wirst Du nicht den gleichen Effekt erzielen.

Drück einen daumennagelgroßen Farbklecks auf die Palette. Wir benötigen zwei verschiedene Farbkonsistenzen. 

Lasur 1: Eine sehr dünne, gemischt aus einem Teil Farbe und 2 Teilen Malmittel.

Lasur 2: Und eine Lasur, gemischt aus einem Teil Farbe und einem Teil Malmittel.

Lasur 1 verwendest Du für alle hellen Bereiche auf den Blättern, Lasur 2 für die dunklen.

Mit diesen Lasuren werden die Blätter jetzt übermalt. Das verstärkt die Farbigkeit der Blätter.

Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Blattadern anzulegen. Es sei denn, Du hast diese schon im vorigen Kapitel herausgekratzt - dann kannst Du diesen Part überspringen.

Die Adern, die sich auf den hellsten Teilen der Blättern befinden, malen wir mit einer Mischung aus Kadmiumgelb, ein wenig Indigo und ein wenig Titanweiß.

Für die Adern in den Schattenbereichen mischst Du Kadmiumgelb mit ein wenig Indigo.

4. Details und Tonwertkorrektur

Wir sind in der letzten Phase unseres Bildes angekommen.

Schaue Dir jedes Blatt einzeln an. Hat es klare Konturen? Stimmen Licht und Schatten?

Bei meinem Bild verstärke ich nun auf einigen Blättern das Licht. 

Ich verwende dafür eine Mischung aus Titanweiß, Kadmiumgelb und Ultramarin. Nun ist Titanweiß eine opake (deckende) Farbe. Gib daher so viel Liquin an Ihre Farbe, bis sie flüssig ist und die Konsistenz von Buttermilch hat. Dann hast Du ein halbwegs transparentes Weiß. Alternativ kannst Du auch Zinkweiß verwenden - das ist halbtransparent.

Die Blattadern erhalten einen Schatten aus reinem Saftgrün, dadurch werden sie dreidimensionaler.

Für die Highlights auf dem Käfer verwende ich reines Titanweiß. Die Lichter auf den Flügeln werden tamponiert, bis sie weich in das Rot der Flügel übergehen. 

Überprüfe am Ende nochmals jedes Blatt einzeln. 

Jeden Schatten, jedes Highlight. Jede Kontur.

Damit ist unser Bild fertig. 🙂

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