Wie malt man eine Birne?

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Wie malt man eine Birne?

Verwendete Materialien:

1 Paneel (30 x 30 cm)
Liquin Fine Detail

Ölfarbe:
Kasslerbraun (von Williamsburg)
Titanweiß
Kadmiumgelb hell
Lichter Ocker
Indigo
Umbra natur
Kadmiumrot hell
Saftgrün (von Rembrandt)

Herzlich willkommen zu deinem neuen Bild. 

Heute widmen wir uns einem Motiv, das auf den ersten Blick ganz unscheinbar wirkt: einer Birne.

Vielleicht fragst du dich, was daran besonders schwierig sein soll. Ihre Form ist schlicht, fast selbstverständlich – und gerade deshalb wird sie leicht unterschätzt. Denn die wahre Herausforderung liegt nicht in der Silhouette, sondern in dem, was darüber hinausgeht: in der zarten Struktur der Schale, in den feinen Farbspielen, in den kleinen Unebenheiten und Übergängen, die aus einer einfachen Frucht ein glaubwürdiges, lebendiges Motiv machen. 

In der realistischen Malerei ist die Textur von großer Bedeutung. Sie gibt einem Gegenstand seine Eigenart, seine Präsenz und seinen stillen Charakter.

Und genau darin liegt auch der Reiz dieses Bildes: Eine Birne ist viel mehr, als sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Schau also ganz genau hin, lass dich auf die feinen Details ein – und male einfach mit. 

Auch am Blatt gibt es nun noch einiges weiter auszuarbeiten. 

Zunächst vertiefst du die Schatten mit Saftgrün. Dabei lohnt es sich, die Farbe genau anzuschauen, denn Saftgrün kann je nach Hersteller sehr unterschiedlich ausfallen. Das Saftgrün von Norma Professional ist zum Beispiel eher hell und deckend, während ich hier mit dem Saftgrün von Rembrandt arbeite – einem dunklen, satten Ton mit transparenter Wirkung. Genau das ist in diesem Fall besonders hilfreich, denn so bleiben die Blattadern sichtbar und werden nicht einfach überdeckt. 

Für das helle Grün mischst du dein Saftgrün mit einem Hauch Kadmiumgelb und etwas Titanweiß. Mit dieser Mischung setzt du nicht nur neue Lichtakzente auf das Blatt, sondern betonst zugleich die Blattadern ganz sanft und zurückhaltend. 

Auch die Birne selbst braucht in dieser Phase noch einmal etwas Aufmerksamkeit. Licht und Schatten sind zwar bereits angelegt, doch nach dem Trocknen wirkt vieles oft wieder etwas flacher und verliert an Tiefe. 

Deshalb verstärkst du nun Lichter und Schatten noch einmal behutsam. 

Verwende dafür dieselben Farbtöne wie im ersten Durchgang: die Schatten etwas dunkler, indem du mehr Umbra hinzugibst, und die Lichter etwas heller, mit einem kleinen Zusatz von Weiß. 

Wenn deine Schattenmischung dabei stellenweise leicht ins Rötliche kippt, ist das kein Problem. Gib einfach einen Hauch Kadmiumrot hinzu – so triffst du den warmen, natürlichen Charakter der Birne sogar noch genauer.

Letzte Farbkorrekturen und Details

Zum Schluss greifen wir noch einmal in die Trickkiste. 

Dafür nimmst du einen breiten, trockenen Lasurpinsel und tauchst ihn ganz leicht in weiße Farbe – wirklich nur mit den vordersten Haarspitzen.

Anschließend streichst du den Pinsel gut an der Palette ab. Wenn du nun mit dem Pinsel im rechten Winkel zum Paneel vorsichtig tupfst, entsteht eine feine, natürliche Struktur, die sehr schön an die Oberfläche einer Birne erinnert. Falls du diese Technik noch nie ausprobiert hast, übe sie am besten zuerst auf einer alten Leinwand oder einem Probestück. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie wenig Farbe du tatsächlich brauchst. 

In den Schattenbereichen wiederholst du das Ganze noch einmal, diesmal jedoch mit etwas Umbra am Pinsel. Auf diese Weise bekommt die Birnenhaut noch mehr Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit. 

Danach schaust du dir dein Bild noch einmal ganz in Ruhe an. Jetzt ist der richtige Moment für letzte Farbkorrekturen: hier vielleicht ein Hauch Grün, dort ein wenig Orange – gerade so viel, bis alles stimmig wirkt. 

Zum Abschluss kontrollierst du noch einmal sorgfältig die Konturen deiner Birne. Wirken sie irgendwo unruhig oder wie angefressen, dann bessere sie behutsam aus. Gerade diese letzten kleinen Korrekturen machen am Ende oft einen großen Unterschied.

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