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Eine Grisaille ist meist eine Untermalung in Grautönen – daher auch der Name (aus dem Französischen für „Grau in Grau“). Sie kann in Schwarz und Weiß angelegt werden, doch es gibt viele spannende Alternativen: Verdaccio mit Grüntönen, Brunaille in warmem Braun, Dead Color, das mit matten Erdfarben arbeitet, und viele mehr. Aber nicht jede Untermalung ist streng einfarbig! Zwar sind sie oft monochrom oder in Graustufen gehalten, doch je nach Können und Absicht des Künstlers kommen auch zwei oder drei Farben ins Spiel – eine Technik, die zusätzliche Tiefe und Nuancen erlaubt.
Rosafarbene Rosen – mein Gehirn sagt mir sofort: Die sind hell! Aber wenn ich sie einfach so male, besteht die Gefahr, dass ich sie viel zu blass darstelle. Filtere ich jedoch die Farbe heraus, wird schnell klar: Das Rosa ist gar nicht so hell, sondern bewegt sich im mittleren Tonbereich.
Wenn ich mich also in dieser Phase nur auf den Tonwert konzentriere, dann wird es einfacher, die Rosen präzise und mit richtigen Hell- und Dunkelwerten zu malen. Ein korrekter Start erhöht die Wahrscheinlichkeit eines korrekten Ergebnisses.
Viele gute Gründe für Untermalungen Untermalungen ermöglichen es dem Künstler, sich allein auf die Tonwerte (Hell und Dunkel) zu konzentrieren, ohne über Farbwerte nachdenken zu müssen. Eine der häufigsten Scheitergründe für ein Ölbild sind falsche Tonwerte. Und das passiert schnell, weil man oft gerade bei intensiven Farben die Helligkeit oder Dunkelheit nicht richtig einschätzen kann.
Auch Probleme mit Komposition oder Perspektive lassen sich mit einer Untermalung viel leichter korrigieren, als wenn man direkt mit Farben arbeitet. Die Vorzeichnung eines Bildes ist im Grunde eine Karte – sie zeigt nur die groben Umrisse, enthält aber kaum Informationen zu Licht, Schatten oder Textur. Diese wichtigen Details entstehen erst während des Malprozesses. Wenn man sie zunächst in Schwarz-Weiß aufbaut, sind Korrekturen deutlich einfacher, als wenn man sich durch eine volle Farbpalette kämpfen und ständig neu mischen muss. Eine gut durchdachte Untermalung sorgt für eine solide Modellierung der dreidimensionalen Formen in opaker Farbe. Die eigentliche Farbigkeit wird später nur noch als transparente Schicht darübergelegt – das minimiert Tonwertfehler fast vollständig. Manchmal beeinflusst die Untermalung sogar die Farbstimmung der letzten Schicht, besonders in der Porträt- und Figurenmalerei. Die alten Meister nutzten hierfür oft Verdaccio – eine grüne Untermalung –, über die sie warme Fleischtöne legten. Diese Technik imitiert die natürliche Hautstruktur: kühlere Töne in den tieferen Schichten (schaue dir nur die bläulichen Venen auf deiner Hand an!) und wärmere Töne darüber für ein lebendiges, realistisches Ergebnis.
Grisaille: Schwarze oder graue Untermalung. Offene Grisaille: Nur schwarz verdünnt und geschichtet, relativ transparent im Gegensatz zu einer geschlossenen Grisaille. Geschlossene Grisaille: Weiß wird zusätzlich zu Schwarz verwendet, sie ist im Allgemeinen dicker und undurchsichtiger. Dead Layer & Dead Coloring: Alternative Namen für eine Geschlossene Grisaille. Achromatisch bedeutet Graustufen oder Neutral. Monochrom bedeutet eigentlich einfarbig. Monochrome Malerei aber besteht aus dunklen Farbtönen plus Weiß. Brunaille - Braune tonale Untermalung. Verdaccio: Unterschiedliche Mischung aus schwarzen, weißen und gelben Pigmenten, die eine graue, gelbe oder weiche grünlich-braune Farbe erzeugen. Washing - Opake Farbe, die als Glasur verwendet wird und die durch ihre Verdünnung halbtransparent wird Wash: Eine dünne Schicht Farbe, die breit aufgetragen wird. Lasur oder Glaze - Transparente Farbschicht, die die darunter liegende Farbe tönen und vertiefen soll. Grund: Eine Farbe, ein Wash oder ein Fleck, die vor der Untermalung auf die Leinwand aufgetragen wird. Sie ist im Wesentlichen nur eine farbige Basis zum Überarbeiten und wird nicht als Untermalung bezeichnet.
Für diese Untermalung kannst du eine Mischung aus Vandyck-Braun und Titanweiß verwenden. Ist dir der Ton zu bräunlich oder nicht deckend genug? Dann probiere ein selbst gemischtes Schwarz aus Vandyck-Braun und Paynesgrau! Mein persönlicher Favorit: "German Earth" von Williamsburg – ein satter, dunkler Farbton, mit dem du zusammen mit Titanweiß eine ganze Palette wunderschöner Grautöne zaubern kannst. Los geht’s mit dem Hintergrund! Er bleibt einfarbig – ich habe ihn komplett in German Earth angelegt. Jetzt heißt es: Trocknen lassen, bis nichts mehr klebt! Und jetzt kommen deine Grautöne ins Spiel! Falls du unsicher bist, ob dein gemischtes Grau zur Rose passt, habe ich einen praktischen Tipp: Drucke dein Referenzfoto aus und lege eine Klarsichtfolie darüber. So kannst du direkt auf der Folie testen und die Farbe mit dem Original vergleichen! Jetzt geht’s ans Malen: Blatt für Blatt. Und keine Scheu, dein Bild zwischendurch zu drehen! So verhinderst du, dass du mit der Hand in die frische Farbe kommst.
Auch eine Grisaille besteht aus
Wir haben nun die erste Phase angeschlossen, die Untermalung. In der 2. Phase widmen wir uns der Korrektur der Tonwerte.
Wenn Du jedes Blütenblatt übermalt hast, dann kontrolliere dein Bild nochmals auf die Richtigkeit der Grauwerte. Und korrigiere sie, wenn nötig.
So in etwa sollte dein Bild jetzt aussehen! Wenn du es mit dem Foto vergleichst, fällt dir sicher auf: Die Schatten sind viel dunkler, die Lichter viel heller. Und genau das ist gewollt! Ein häufiger Irrtum ist, dass eine Grisaille-Untermalung einfach nur eine Schwarz-Weiß-Version des Motivs sei. Doch das stimmt nicht. Sobald Farblasuren darüberkommen, werden die Lichter dunkler und die Schatten heller. Deshalb musst du das von Anfang an mit einplanen. Sind deine Schatten und Lichter zu schwach, werden die Tonwerte in der finalen Übermalung nicht mehr stimmen.
Wenn du eigene Bilder in Grisaille malen möchtest, aber Schwierigkeiten hast, die richtigen Grauwerte aus deinem Foto herauszuholen, gibt es einen einfachen Trick: Nutze ein Bildbearbeitungsprogramm! Hier findest du einen Artikel dazu – zwar geht es darin ums Zeichnen, aber die Methode funktioniert genauso für Grisailles. Sobald die Tonwerte stimmen, kannst du dich den Details widmen. Die Blütenblätter haben feine Adern, kleine Erhebungen und Vertiefungen – das ist ihre Textur. Und eine überzeugende Textur ist essenziell für realistische Malerei! Dabei musst du nicht sklavisch am Foto kleben. Du kannst dir deine eigene Textur ausdenken! Hauptsache, sie wirkt glaubhaft. Dass sie nicht exakt mit dem Original übereinstimmt? Das weiß am Ende nur du!
Damit ist die Arbeit an der Grisaille abgeschlossen. Lass das Bild nun trocknen. Mindestens eine Woche.
Referenzfoto
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