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1. Das Bild übertragen
Drucke die Tulpen-Skizze in A3 aus. Falls du keinen A3-Drucker hast, kein Problem – die meisten Copy-Shops können das für dich übernehmen.
Übertrage die Skizze anschließend mit Saralpapier auf dein Paneel. Achte darauf, dass alle Linien deutlich sichtbar sind – das erspart dir später mühsames Suchen nach den richtigen Konturen. Falls einige Linien zu schwach erscheinen, kannst du sie vorsichtig mit einem Bleistift nachzeichnen.
2. Der Aufbau
Traditionelle Ölgemälde entstehen Schicht für Schicht. In der Untermalung legst du nicht nur die Blumen an, sondern auch den Hintergrund – der erste wichtige Schritt für die perfekte Tiefe und Leuchtkraft deines Bildes!
Beide Techniken werden im Film demonstriert.
Im Moment brauchst Du 4 Farben auf der Palette:
Druck dir diese Farbreferenz aus und lege sie neben deine Palette – so kannst du deine Mischungen leichter vergleichen.
Damit du nicht versehentlich in die frische Farbe fasst, arbeite immer in die richtige Richtung: Rechtshänder von links nach rechts, Linkshänder umgekehrt.
Nun geht’s ans Malen: Blütenblatt für Blütenblatt! Schon in diesem Schritt legst du Licht und Schatten an, damit die Blätter eine schöne dreidimensionale Form bekommen.
Farbnuancen & Mischen
Für das Anlegen des Hintergrunds benötigst Du folgende Farben:
Bisher hast du Grau vielleicht einfach aus Schwarz und Weiß gemischt – doch heute probieren wir etwas Spannenderes: ein farbiges Grau aus Paynesgrau, Lasur-Rotbraun und Titanweiß.
Farbnuancen gezielt steuern:
Warum ist farbiges Grau die bessere Wahl?
Wische deine Pinsel regelmäßig an einem alten Lappen trocken – sonst klappt das Tamponieren nicht wie gewünscht.
Lass dein Bild eine Woche trocknen und prüfe dann den Hintergrund:
Falls nicht: Wiederhole den Vorgang und tamponiere die Fläche ein zweites Mal für ein perfektes Ergebnis!
Für die Grundfarbe brauchst du nur Ultramarin und Kadmiumgelb – das ist deine Basis.
So variierst du das Grün:
- Mehr Ultramarin macht es dunkler.
- Mehr Kadmiumgelb macht es heller.
Um noch mehr Nuancen ins Spiel zu bringen, mische eine zweite Grüntönung aus Kadmiumgelb, Indigo und einem Hauch Lasur-Rotbraun – perfekt für lebendige Blätter!
Damit ist unsere Untermalung abgeschlossen. Nun beginnt die zweite Phase unseres Bildes.
Für das Malen des Bodies benötigst Du folgende Farben:
Phase 2: Der Body – Jetzt geht’s ins Detail!
Im Inhaltsverzeichnis findest du einige erklärende Texte, darunter auch „Die drei Phasen eines Ölgemäldes“.
Wenn du diesen gelesen hast, weißt du: Jetzt beginnt die zweite Phase – der Body!
Hier geht es an die Feinarbeit:
- Farben korrigieren – Sowohl die Töne als auch Helligkeit und Dunkelheit werden angepasst.
- Lichter und Schatten vertiefen – Mehr Kontrast für mehr Tiefe!
- Farbnuancen herausarbeiten – Jede Fläche bekommt ihre individuellen Schattierungen.
Während wir in Phase 1 die Farbflächen grob angelegt haben, schauen wir jetzt ganz genau hin:
- Welche Schattierungen gibt es innerhalb einer Fläche?
- Sind die Konturen sauber? Klare Linien sind essenziell für realistische Malerei – also achte darauf!
Jetzt heißt es: Feinschliff für dein Meisterwerk!
So sieht mein Bild im Moment aus.
Wenn Du auch soweit bist, dann lass Dein Bild jetzt gut trocknen. Ein paar Tage, besser noch eine Woche.
Lasuren – Zwei einfache Methoden für perfekte Farbtiefe!
Lasuren können auf verschiedene Arten aufgetragen werden – hier sind zwei bewährte Techniken:
Methode 1:
Mit Liquin oder Malmittel für sanfte Übergänge
Vorbereitung: Reibe den gewünschten Bildbereich mit Liquin oder Malmittel ein.
Was ist besser? Malmittel ist die traditionelle Wahl, Liquin hingegen:
✔ Vergilbt nicht
✔ Trocknet schneller
Effekt: Das Medium sorgt dafür, dass die neue Farbe sanft mit der bereits getrockneten Schicht verschmilzt – ohne sichtbare Pinselstriche oder harte Kanten.
Anwendung: Trage die Farbe auf und verreibe sie mit einem weichen, sauberen Tuch.
Methode 2: Dünne Lasur mit weichem Pinsel verblenden
Technik: Mische die Farbe mit viel Verdünnung und trage sie sehr wässrig auf die trockene Farbschicht auf.
Feinschliff: Mit einem trockenen, weichen Pinsel sanft verblenden – so entstehen zarte Übergänge und eine gleichmäßige Farbtiefe.
Probier beide Methoden aus und finde heraus, welche dir am besten liegt!
Ich starte mit der linken Tulpe – sie ist die hellste von allen. Deshalb sind auch ihre Schatten sanfter als bei den anderen Blumen. Um sie etwas aufzuhellen, mische mehr Kadmiumrot in die Schattenfarbe.
Die Lichter betonst du, indem du ein wenig Gelb hinzufügst – aber vorsichtig! Es soll ein leuchtendes Rot entstehen, kein Orange.
Prüfe jede Kontur, jedes Licht, jeden Schatten. Und wo noch etwas fehlt, setze gezielt nach.
Starte, indem du mindestens zwei Grüntöne mischst:
ein leuchtendes Lindgrün aus Kadmiumgelb mit etwas Ultramarin und ein tiefes Dunkelgrün mit Kadmiumgelb, Ultramarin und einem Hauch Lasur-Rotbraun.
Variiere deine Mischungen – das macht die Tulpenstiele und Blätter lebendiger!
Lust auf ein kleines Experiment? Füge mehr Blau hinzu, und dein Grün bekommt einen kühlen Stich. Ein Schuss Lasur-Rotbraun hingegen wärmt es auf.
Spiele mit den Nuancen und bringe diese feinen Farbabstufungen in dein Bild ein.
Jetzt geht’s ans Malen: Setze zuerst einen dunkelgrünen Streifen in den schattigsten Bereich des Stiels. Tupfe die Farbe sanft in die helleren Bereiche hinein – so vermeidest du harte Kanten und erzielst weiche Übergänge. Dann kommt das Licht: Trage einen hellgrünen Streifen auf der linken Seite des Stiels auf und tamponiere ihn vorsichtig in den Schatten. Das Ergebnis? Ein natürlicher, weicher Farbverlauf!
Auf diese Weise gestaltest du alle Stiele. Auch die Blätter haben bereits Schatten – verstärke sie einfach im nächsten Schritt für mehr Tiefe.
Jetzt geht’s in die letzte Phase unseres Bildes – die Details!
Zuerst reibe ich nur die linke Tulpe mit Liquin ein. Warum nur diese? Würde ich alle Stellen vorbereiten, würde das Liquin klebrig, bevor ich überhaupt bei der mittleren Tulpe angekommen bin – ein Zeichen, dass die Trocknung schon begonnen hat.
Nun mische ich ein helles Orange aus Kadmiumrot, Kadmiumgelb und einem Hauch Titanweiß. Mit dieser Mischung und einem ultrafeinen Pinsel setzen wir zarte Strukturen auf die Blütenblätter. Traditionell würde man die Farbe nun mit einem Fächerpinsel verblenden.
Ich habe aber eine bessere Methode: Mein treuer, etwas mitgenommener Katzenzungenpinsel! Mit den Jahren hat er ein paar Haare gelassen und eine leicht borstige Textur bekommen – perfekt, um die Farbübergänge sanft zu verwischen und die Blütenblätter zum Leuchten zu bringen.
... bezeichnet man übrigens den Vorgang, wenn Farbe mit einem trockenen oder abgetrockneten Pinsel in die unterliegende Farbschicht eingearbeitet wird.
Verblende die Lichter sorgfältig, damit keine harten Kanten oder Farbansätze sichtbar bleiben.
Sobald die linke Tulpe fertig ist, reibe die mittlere Tulpe mit Liquin ein und setze dort deine Arbeit fort. Die rechte Tulpe lasse ich unverändert – manchmal ist weniger mehr.
Jetzt ein kritischer Blick: Wirken deine Tulpen natürlich oder erinnern sie eher an Plastik?
Entwickle ein Gespür dafür, wann ein Bild oder Detail wirklich fertig ist – keine Sorge, das kommt mit der Zeit ganz von selbst.
Zum Schluss setze ich noch einen Hauch Lasur-Rotbraun auf die Blätter und Stiele. Nur als dünne Lasur, um das Grün lebendiger und natürlicher wirken zu lassen.Und damit ist unser Bild vollendet!
Freiwillige Spende
Wenn dir die kostenlose Malschule Spaß macht: ich freue mich über jeden, der mir ’ne virtuelle Münze in den Farbkasten wirft: ein kleiner Beitrag für Terpentin, Farben & gute Laune.
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