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Künstler, Galerien und Exklusivität – Zusammenarbeit im Zeitalter des Internets

Wie Künstler und Galerien heute fair, klug und erfolgreich zusammenarbeiten können 

Das Verhältnis zwischen Künstlern und Galerien hat sich in den letzten Jahren stark verändert. 

Früher war die Galerie für viele Künstler der wichtigste, manchmal sogar der einzige Weg in die Öffentlichkeit. Wer gesehen werden wollte, brauchte Ausstellungen, Kontakte zu Sammlern, Vernissagen, Empfehlungen und einen Galeristen, der sich für die eigene Arbeit einsetzte. 

Heute ist das anders. Durch das Internet können Künstler ihre Werke selbst zeigen, ihre eigene Website aufbauen, über soziale Medien sichtbar werden, Newsletter verschicken, Online-Ausstellungen organisieren und sogar direkt aus dem Atelier verkaufen. 

Ein Künstler ist heute nicht mehr vollständig davon abhängig, von einer Galerie entdeckt zu werden. Er kann seine eigene Reichweite schaffen. Das ist eine große Chance. 

Aber es bringt auch neue Fragen mit sich. Denn wenn Künstler ihre Arbeiten gleichzeitig auf der eigenen Website, auf Instagram, in Online-Galerien, im Atelier, auf Kunstmärkten und in mehreren physischen Galerien anbieten, entsteht schnell ein Problem: Wer darf was verkaufen? Wer hat Vorrang? Wo darf ein Werk gezeigt werden? Und wie bleibt die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Galerie fair? Genau hier beginnt das wichtige Thema Exklusivität in der Kunstwelt.

Galerien

Warum Exklusivität zwischen Künstler und Galerie überhaupt wichtig ist

Exklusivität klingt für viele Künstler zunächst nach Einschränkung. Nach Kontrolle. Nach einem Vertrag, der die eigene Freiheit beschneidet. Aber so einfach ist es nicht. 

Eine Galerie investiert Zeit, Raum, Geld, Energie und Vertrauen in einen Künstler. Sie hängt die Werke, bewirbt sie, spricht mit Sammlern, organisiert Ausstellungen, schreibt Texte, pflegt Kontakte, lädt ein, berät Käufer und trägt ein wirtschaftliches Risiko. 

Wenn sie ein Werk ausstellt, möchte sie verständlicherweise sicher sein, dass dieses Werk nicht gleichzeitig an fünf anderen Orten angeboten wird. 

Stell Dir vor, eine Galerie bereitet eine Ausstellung vor, bewirbt Deine Arbeiten liebevoll und sorgfältig – und ein Besucher findet dasselbe Bild wenige Minuten später auf Deiner Website zu einem anderen Preis. Oder er kontaktiert Dich direkt, um die Galerieprovision zu umgehen. Für die Galerie wäre das bitter. Und es würde das Vertrauen beschädigen. 

Exklusivität bedeutet also nicht automatisch: „Die Galerie bestimmt alles.“ 

Im besten Fall bedeutet sie:
Dieses Werk, diese Werkgruppe oder diese Ausstellung bekommt für einen klar definierten Zeitraum einen geschützten Verkaufsraum. Das schafft Ruhe. Und Vertrauen.

Künstler im Internet: Mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung

Das Internet hat Künstler unabhängiger gemacht. 

Du kannst Deine Kunst online präsentieren, ohne auf eine Einladung warten zu müssen. Du kannst Deine Entwicklung zeigen, Einblicke ins Atelier geben, Deine Gedanken teilen und eine Beziehung zu Menschen aufbauen, die Deine Arbeit lieben. Das ist wunderbar. Gleichzeitig bedeutet diese Freiheit aber auch, dass Du Deine Verkaufswege sorgfältiger organisieren musst. 

Denn je sichtbarer Du wirst, desto wichtiger wird es, klare Regeln zu haben. Wenn Du mit Galerien zusammenarbeitest, solltest Du wissen: 

- Welche Werke liegen bei welcher Galerie?
- Welche Arbeiten darfst Du selbst verkaufen?
- Welche Bilder dürfen online gezeigt werden?
- Welche Preise gelten überall?
- Wie lange hat eine Galerie das exklusive Verkaufsrecht?
- Was passiert mit Werken, die nach einer Ausstellung nicht verkauft wurden?
- Darfst Du Interessenten direkt bedienen oder leitest Du sie an die Galerie weiter? 

Solche Fragen wirken vielleicht etwas nüchtern. Aber sie schützen alle Beteiligten. Sie verhindern Missverständnisse, Enttäuschungen und stille Verstimmungen. 

Gerade Künstler, die sensibel arbeiten, möchten sich oft nicht gern mit Verträgen, Absprachen und Verkaufsrechten beschäftigen. Doch genau diese Klarheit gibt Dir später Freiheit. Denn wenn die Regeln stimmen, kannst Du Dich wieder auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Deine Kunst.

Was bedeutet Exklusivität bei Galerien genau?

Exklusivität kann sehr unterschiedlich aussehen. Sie muss nicht bedeuten, dass eine Galerie Dein gesamtes Werk kontrolliert. 

In vielen Fällen ist es viel sinnvoller, die Exklusivität genau zu begrenzen. Zum Beispiel auf:
 
- einzelne Werke
- eine bestimmte Werkgruppe
- ein bestimmtes Thema
- eine Ausstellung
- eine Stadt oder Region
- ein Land
- einen bestimmten Zeitraum
- eine bestimmte Preisklasse
- bestimmte Sammler oder Kundenkontakte
  
Eine Galerie kann zum Beispiel exklusiv Deine Tierbilder in einer bestimmten Region vertreten, während eine andere Galerie Deine figurativen Arbeiten zeigt. Oder eine Galerie erhält für drei Monate das alleinige Verkaufsrecht für die Werke einer Ausstellung. 

Danach gehen unverkaufte Bilder an Dich zurück, und Du darfst sie wieder selbst anbieten. Wichtig ist nicht, dass es nur ein einziges Modell gibt. Wichtig ist, dass das Modell klar ist. Denn unklare Exklusivität ist gefährlich. Sie führt schnell zu Spannungen. Klare Exklusivität dagegen kann sehr gesund sein. 

Sie zeigt der Galerie:

Ich respektiere Deine Arbeit. Ich gebe Dir eine faire Chance, meine Kunst zu verkaufen. 
Und sie zeigt Dir selbst: Ich weiß, welche Werke wo sind und welche Möglichkeiten ich mir offenhalte.

Warum „zu viel Präsenz“ Deiner Kunst auch schaden kann

Als Künstler möchte man natürlich gesehen werden. Sichtbarkeit ist wichtig. Ohne Sichtbarkeit keine Verkäufe, keine Einladungen, keine Sammler, keine Resonanz. 

Aber es gibt einen Unterschied zwischen guter Sichtbarkeit und unkontrollierter Überpräsenz. 

Wenn dieselben Arbeiten überall auftauchen – auf Deiner Website, bei mehreren Galerien, auf Online-Plattformen, in sozialen Medien, in Atelierverkäufen und vielleicht noch in älteren Ausstellungen – verlieren sie für eine Galerie an Reiz. 

Eine Galerie möchte etwas Besonderes anbieten. Sie möchte Sammlern das Gefühl geben, dass sie bei ihr Zugang zu ausgewählten, sorgfältig kuratierten Werken bekommen.

Wenn dieselben Arbeiten an jeder Ecke sichtbar und verfügbar sind, sinkt für die Galerie der Anreiz, sich stark für diese Werke einzusetzen. 

Das bedeutet nicht, dass Du unsichtbar sein sollst. Im Gegenteil. Aber Deine Sichtbarkeit sollte klug geordnet sein. 

Du kannst zum Beispiel online Deinen Arbeitsprozess zeigen, ältere verkaufte Werke präsentieren, Einblicke ins Atelier geben oder Serien vorstellen – ohne automatisch jedes verfügbare Galeriewerk direkt selbst zum Verkauf anzubieten. 

So bleibst Du sichtbar, ohne die Arbeit Deiner Galerie zu untergraben.

Die eigene Website: Freiheit mit Fingerspitzengefühl

Eine eigene Künstlerwebsite ist heute fast unverzichtbar. Sie ist Deine digitale Visitenkarte, Dein Archiv, Dein Atelierfenster und oft der erste Ort, an dem sich Interessenten über Dich informieren. 

Aber wenn Du mit Galerien zusammenarbeitest, sollte Deine Website nicht gegen Deine Galerien arbeiten. 

Du kannst Deine Website sehr gut nutzen, um: 

- Deine künstlerische Biografie zu zeigen.
- Deine Arbeitsweise zu erklären.
- Verkaufte Werke als Referenz zu präsentieren.
- Ausstellungen anzukündigen.
- Auf Galerien hinzuweisen, die Dich vertreten.
- Sammler gezielt an die richtige Galerie weiterzuleiten.
- Deinen künstlerischen Werdegang sichtbar zu machen. 

Wenn bestimmte Werke exklusiv in einer Galerie erhältlich sind, kannst Du das offen dazuschreiben: „Dieses Werk ist derzeit über Galerie XY erhältlich.“ Oder: „Anfragen zu dieser Werkgruppe bitte direkt über Galerie XY.“ Das wirkt professionell. Es zeigt Loyalität. Und es macht Dich für Galerien verlässlicher. Denn eine gute Galerie möchte nicht das Gefühl haben, gegen Dich selbst antreten zu müssen.

Soziale Medien und Galeriearbeit: Was darfst Du zeigen?

Soziale Medien sind für Künstler ein Geschenk und eine kleine Falle zugleich. Natürlich ist es wunderbar, wenn Du Deinen Arbeitsprozess zeigen kannst. Menschen lieben Einblicke ins Atelier. Sie möchten sehen, wie ein Bild entsteht, welche Materialien Du verwendest, welche Gedanken Dich begleiten und welche Geschichten hinter Deinen Werken stehen. 

Aber sobald ein Werk für eine Galerie vorgesehen ist, solltest Du vorher klären, was Du zeigen darfst. 

Manche Galerien möchten nicht, dass Werke vor einer Ausstellung vollständig online erscheinen. Andere haben nichts dagegen, wenn Du Details, Arbeitsphasen oder kleine Ausschnitte teilst. 

Wieder andere wünschen sich sogar, dass Du die Ausstellung aktiv auf Deinen Kanälen bewirbst. Es gibt hier keine allgemeingültige Regel. 

Aber es gibt eine sehr einfache Frage, die fast immer hilft: Würde diese Veröffentlichung der Galerie helfen – oder ihr die Spannung nehmen? Ein kleiner Ausschnitt aus dem Atelier kann neugierig machen.

Ein fertiges Bild mit Preisangabe und direkter Kaufmöglichkeit kann dagegen problematisch sein, wenn die Galerie genau dieses Werk exklusiv präsentieren möchte. 

Auch hier gilt: Nicht raten. Fragen. Eine kurze, freundliche Absprache verhindert später viel Ärger.

Atelierverkauf trotz Galerie: Geht das?

Ja, Atelierverkauf und Galerievertretung können durchaus nebeneinander bestehen. Aber nur, wenn die Regeln klar sind. 

Du kannst zum Beispiel vereinbaren, dass bestimmte Werke ausschließlich über die Galerie laufen, während andere Arbeiten direkt im Atelier erhältlich sind. 

Vielleicht verkauft die Galerie große Ölbilder, während Du im Atelier kleinere Studien, Zeichnungen oder ältere Werke anbietest. Oder Du verkaufst im Atelier nur Arbeiten, die nicht Teil einer Galerievereinbarung sind. 

Problematisch wird es, wenn Sammler bewusst versuchen, die Galerie zu umgehen. 

Ein Beispiel: Jemand sieht Dein Werk in einer Galerie, kontaktiert Dich danach direkt und hofft, es bei Dir günstiger zu bekommen. In diesem Fall solltest Du loyal bleiben und die Anfrage an die Galerie zurückgeben. Das ist nicht nur fair. Es ist langfristig klug. Denn Galerien merken sehr genau, ob ein Künstler ihre Arbeit respektiert. Und wenn sie spüren, dass Du zuverlässig bist, werden sie eher bereit sein, Dich weiter zu fördern, auszustellen und Sammlern zu empfehlen.

Einheitliche Preise: Ein absolutes Muss

Einer der wichtigsten Punkte in der Zusammenarbeit zwischen Künstler und Galerie ist die Preisstabilität. 

Ein Werk sollte nicht in der Galerie 3.000 Euro kosten und auf Deiner Website 2.400 Euro. Auch nicht „ausnahmsweise“. Auch nicht „weil der Käufer direkt zu Dir gekommen ist“. Auch nicht, weil Du denkst, dass Du ohne Galerieprovision günstiger sein kannst. 

Solche Preisunterschiede wirken unprofessionell und zerstören Vertrauen. 

Sammler möchten Sicherheit. Galerien möchten Verlässlichkeit. Und auch Du selbst brauchst eine klare Preisstruktur, damit Deine Arbeit nicht beliebig wirkt. 

Wenn eine Galerie Deine Werke verkauft, enthält der Preis meist eine Galerieprovision. Das ist normal. Diese Provision ist kein Verlust, sondern die Bezahlung für die Arbeit der Galerie: Raum, Werbung, Kontakte, Beratung, Präsentation, Reputation und Verkaufsarbeit. Wenn Du denselben Käufer direkt günstiger bedienst, schadest Du nicht nur der Galerie, sondern auch Deiner eigenen Marktposition. 

Ein stabiler Preis sagt:
Meine Kunst hat einen Wert. Und dieser Wert hängt nicht davon ab, durch welche Tür der Käufer hereinkommt.

Warum Künstler und Galerien einander immer noch brauchen

Man könnte denken, dass Galerien im Zeitalter des Internets weniger wichtig geworden sind. Schließlich können Künstler heute vieles selbst tun: Website, Social Media, Newsletter, Online-Shop, Direktverkauf, internationale Reichweite. 

Und ja: Künstler haben heute mehr Möglichkeiten als früher. Aber eine gute Galerie leistet noch immer etwas, das sich nicht so leicht ersetzen lässt. Sie kann Deine Kunst in einen professionellen Kontext stellen.

- Sie kann Sammler beraten.
- Sie kann Vertrauen schaffen.
- Sie kann Deine Preise stabilisieren.
- Sie kann Ausstellungen organisieren.
- Sie kann Deine Arbeit kuratieren.
- Sie kann Dich Menschen vorstellen, die Du allein vielleicht nie erreichen würdest.
- Sie kann Deine Kunst nicht nur sichtbar machen, sondern glaubwürdig platzieren. 

Denn zwischen „gesehen werden“ und „ernst genommen werden“ liegt oft ein großer Unterschied. Das Internet gibt Dir Reichweite.

Eine gute Galerie gibt Dir Kontext. Im besten Fall ergänzt sich beides.

Was Künstler vor einer Galerie-Zusammenarbeit klären sollten

Bevor Du einer Galerie Werke übergibst, solltest Du die wichtigsten Punkte schriftlich festhalten. Das muss nicht immer ein komplizierter Vertrag sein, aber eine klare Vereinbarung ist sehr sinnvoll. 

Kläre möglichst: 

- Welche Werke übernimmt die Galerie?
- Wie lange bleiben sie dort?
- Gibt es ein exklusives Verkaufsrecht?
- Gilt die Exklusivität nur für bestimmte Werke oder für Dein gesamtes Werk?
- Darfst Du die Arbeiten auf Deiner Website zeigen?
- Darfst Du sie in sozialen Medien zeigen?
- Wer legt die Preise fest?
- Wie hoch ist die Galerieprovision?
- Wann wird nach einem Verkauf abgerechnet?
- Wer trägt Transportkosten?
- Wer versichert die Werke?
- Was passiert mit beschädigten Arbeiten?
- Wann bekommst Du unverkaufte Werke zurück?
- Wie wird mit direkten Anfragen von Sammlern umgegangen? 

Das klingt vielleicht etwas sachlich. Aber es ist ein Akt der gegenseitigen Wertschätzung. Denn gute Absprachen schützen nicht nur die Galerie. Sie schützen auch Dich.

Exklusivität ist kein Zeichen von Misstrauen

Viele Künstler empfinden Verträge oder exklusive Vereinbarungen zunächst als unangenehm. Man möchte doch lieber auf Vertrauen arbeiten. Auf Sympathie. Auf ein gutes Gefühl. Das ist verständlich. 

Aber echte Klarheit ist kein Misstrauen. Sie ist eine Form von Professionalität. Gerade wenn man sich gut versteht, lohnt es sich, Dinge sauber zu regeln. Denn unausgesprochene Erwartungen sind oft gefährlicher als klare Absprachen. 

Der eine denkt, ein Werk sei exklusiv reserviert. Der andere glaubt, er könne es parallel online anbieten. Und plötzlich entsteht ein Konflikt, den niemand wollte. 

Eine klare Vereinbarung sagt nicht:
„Ich traue Dir nicht.“ 
Sie sagt:
„Unsere Zusammenarbeit ist mir wichtig genug, um sie sorgfältig zu behandeln.“

Wie Du als Künstler Deine Freiheit behältst

Exklusivität sollte nie bedeuten, dass Du Deine gesamte künstlerische Zukunft aus der Hand gibst. Achte deshalb darauf, dass Vereinbarungen begrenzt und sinnvoll formuliert sind. 

Eine Galerie muss nicht automatisch das Recht haben, alle Deine künftigen Werke zu verkaufen. Und sie sollte auch nicht unbegrenzt Arbeiten blockieren, die sie nicht aktiv präsentiert oder verkauft. 

Gesunde Exklusivität ist konkret. 

Zum Beispiel: „Die Galerie erhält für diese zehn Werke ein exklusives Verkaufsrecht für sechs Monate.“ Oder: „Die Galerie vertritt diese Werkgruppe exklusiv in dieser Region.“ Oder: „Während der Ausstellung und drei Monate danach laufen Verkaufsanfragen zu diesen Werken über die Galerie.“ 

Solche Vereinbarungen geben der Galerie Sicherheit, ohne Dich unnötig einzuschränken. 

Je gefragter Deine Kunst wird, desto wichtiger wird es, bewusst zu entscheiden, welche Werke Du wem anvertraust. 

Nicht jede Gelegenheit ist gut. Nicht jede Galerie passt. Und nicht jede Form von Exklusivität ist sinnvoll.

Was eine gute Galerie ausmacht

Eine gute Galerie nimmt nicht nur Werke entgegen und hängt sie an die Wand. Sie arbeitet aktiv für ihre Künstler. 

Achte darauf, ob eine Galerie: 

Deine Kunst versteht.
Deine Arbeiten sorgfältig präsentiert.
Professionell mit Dir kommuniziert.
Preise respektiert.
Verkäufe transparent abrechnet.
Deine Werke angemessen bewirbt.
Sammler ernsthaft berät.
Ihre Ausstellungen gut organisiert.
Dich nicht nur als Lieferanten von Bildern betrachtet.
Eine klare Vorstellung davon hat, wie sie Deine Arbeit positionieren möchte. 

Eine gute Galerie ist keine Verkaufsfläche, sondern ein Partner. Und genau deshalb darfst auch Du prüfen, ob diese Partnerschaft zu Dir passt.

Was eine gute Künstlerin oder ein guter Künstler für eine Galerie ausmacht

Auch Galerien wünschen sich Verlässlichkeit. Sie möchten mit Künstlern arbeiten, die professionell kommunizieren, Termine einhalten, Preisabsprachen respektieren und nicht ständig unabgesprochen ihre Werke an anderen Orten anbieten. 

Das bedeutet nicht, dass Du Deine Persönlichkeit verbiegen musst. Kunst entsteht nicht aus Bürokratie. Aber je professioneller Du mit Deinen Arbeiten umgehst, desto leichter machst Du es anderen, Deine Kunst ernsthaft zu vertreten. 

Eine Galerie wird eher in Dich investieren, wenn sie spürt: 

Du hältst Absprachen ein.
Du arbeitest kontinuierlich.
Du hast eine klare Werkentwicklung.
Du unterbietest sie nicht.
Du leitest passende Anfragen weiter.
Du präsentierst Dich online professionell.

Du verstehst, dass Verkauf auch Beziehungspflege ist. Loyalität ist in der Kunstwelt ein kostbares Gut. Nicht als Unterordnung, sondern als gegenseitige Verlässlichkeit.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Im Idealfall stehen Künstler und Galerie nicht gegeneinander. Sie arbeiten auch nicht nebeneinander her. Sie ziehen gemeinsam an einem Faden. 

Der Künstler bringt das Werk.
Die Galerie bringt den Kontext.
Der Künstler bringt Authentizität.
Die Galerie bringt Erfahrung.
Der Künstler bringt die künstlerische Stimme.
Die Galerie bringt den Zugang zu Sammlern. 

Das Internet muss diese Beziehung nicht zerstören. Es kann sie sogar stärken. 

Wenn Du Deine Online-Präsenz klug nutzt, kann sie der Galerie helfen. Wenn die Galerie Deine digitale Sichtbarkeit respektiert, kann sie Dich besser positionieren. 

Wenn beide Seiten offen kommunizieren, entsteht eine Zusammenarbeit, die modern und fair ist. 

Die Frage ist also nicht mehr: Galerie oder Internet? Die bessere Frage lautet: Wie können Galerie, Website, Social Media und Atelierverkauf so zusammenspielen, dass sie einander stärken?

Fazit: Exklusivität braucht klare Grenzen und gegenseitigen Respekt

Künstler haben heute mehr Möglichkeiten denn je, ihre Kunst selbst sichtbar zu machen. Das Internet hat die Kunstwelt demokratischer, schneller und unabhängiger gemacht. Doch gerade deshalb ist professionelle Klarheit wichtiger geworden. 

Wenn Du mit Galerien zusammenarbeitest, solltest Du bewusst entscheiden, welche Werke Du exklusiv vergibst, wie lange diese Exklusivität gilt und welche Rechte Du Dir selbst vorbehältst. Eine gute Galerie kann Deine Kunst fördern, einordnen, präsentieren und verkaufen. Deine eigene Online-Präsenz kann Deine Sichtbarkeit stärken, Deine Geschichte erzählen und Menschen an Deine Arbeit heranführen. 

Beides muss kein Widerspruch sein. Aber es braucht Absprachen. Denn eine gute Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Galerien entsteht nicht durch Zufall. Sie entsteht durch Vertrauen, Fairness, klare Kommunikation und gegenseitigen Respekt. 

Exklusivität ist dabei kein altmodisches Machtinstrument. Richtig verstanden ist sie ein geschützter Raum. Ein Raum, in dem eine Galerie Deine Werke ernsthaft vertreten kann. Und ein Raum, in dem Du als Künstler weißt, woran Du bist.

Im Zeitalter des Internets geht es nicht darum, alte Regeln blind zu übernehmen. Es geht darum, neue, faire Formen der Zusammenarbeit zu finden. 

Formen, die Deine künstlerische Freiheit respektieren.
Die die Arbeit der Galerie würdigen.
Und die Deiner Kunst helfen, den richtigen Weg zu den richtigen Menschen zu finden.

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