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Wir malen einen Border Collie

In dieser Übung dreht sich alles um das faszinierende Thema Fell malen – ob kurz oder lang, seidig glänzend oder eher matt. Die Vielfalt an Strukturen, Lichtreflexen und Farbabstufungen macht das Malen von Fell zu einer besonders spannenden Herausforderung in der Tiermalerei und bietet enormes Lernpotenzial. 

Dieser Boder Collie ist daher ein absolutes Muss für alle, die Tiere realistisch zeichnen oder in Öl malen möchten. 

Egal, ob Du Anfänger/in oder Fortgeschrittene/r bist: Probiere es einfach aus! 

Du wirst überrascht sein, wie viel Spaß es macht und dass realistisches Fell malen oft einfacher ist, als es zunächst scheint.


Border Collie

Für dieses Bild benötigst Du:

Farbe

  • Titanweiß
  • Kadmiumrot
  • Krapplack
  • Kasslerbraun (German Earth von Williamsburg)
  • Paynesgrau
  • Kadmiumgelb

Pinsel

  • Rundpinsel 10/0 oder 5/0 von Da Vinci
  • Flachpinsel
  • Katzenzungenpinsel
  • Lasurpinsel
  • Effektpinsel

Hilfsmaterial

  • Paneel 40 x 40 cm
  • weißes Saralpapier
  • Abreißpalette
  • alter Putzlappen
  • Palettenmesser
  • Terpentinöl
  • Liquin Fine Detail

1. Der Aufbau – Die perfekte Grundlage für dein Tierporträt

Wir beginnen mit dem Hintergrund. Dieser schafft eine harmonische Farbgrundlage, auf der Dein ​Border Collie später optimal zur Geltung kommt. 

Ein stimmungsvoller Hintergrund verleiht Deinem Bild Tiefe und Atmosphäre – nutze diese Chance und experimentiere ruhig mit Farben! 

Für einen warmen Farbverlauf mischst Du Kadmiumrot, Kasslerbraun und Krapplack. Die dunkelsten Bereiche erhalten ihre Intensität durch Kasslerbraun, Krapplack und einen Hauch Kadmiumrot. Möchtest Du den Farbton aufhellen, erhöhe einfach den Anteil an Kadmiumrot. So entstehen weiche Übergänge und eine lebendige Wirkung. 

Natürlich bist Du nicht an diese Farbpalette gebunden. Wähle Farben, die Deine persönliche Bildstimmung unterstreichen – Kreativität ist ausdrücklich erwünscht! Lasse die Untermalung etwa eine Woche trocknen. 

Anschließend kannst Du das Foto mithilfe von weißem Saralpapier auf Dein Paneel übertragen.

Mein Untergrund ist nun trocken. 

Allerdings ist beim Trocknen ein Teil der Farbe eingeschlagen (Ecke rechts oben). 

Von eingeschlagener Farbe spricht man, wenn Teile der Farbschicht nach dem Trocknen matt und stumpf aussehen.


Das wird Dir ganz sicher in der einen oder anderen Form beim Malen auch noch passieren. 

Die Gründe dafür können sein:

  • unzureichende Grundierung des Malgrundes
  • zu viel Lösungsmittel
  • bestimmte Pigmente (vor allem rotbraune Töne, Schwarz oder Umbra)

Eingeschlagene Farben sehen natürlich nicht gut aus, aber sie sind trotzdem kein Grund zur Panik. 

Der schnellste Weg, um Einschlagungen zu beheben, ist Retuschierfirnis. Den  gibt es in der Flasche und auch in der Sprühdose. Einfach über die matten Farbstellen streichen oder sprühen, und alles ist wieder schick.

Ich selbst werde in diesem Fall darauf verzichten und stattdessen meinen Hintergrund später nochmals übermalen. Statt dem Rotbraun rechts oben werde ich dann eine andere Farbe verwenden, damit dürfte das Problem gelöst sein.

Untermalung Auge und Fell

Eine sehr wichtige Lektion für Dich: Das Weiß der Augen ist niemals weiß.

Mische Dir für den Augapfel ein helles Grau aus Titanweiß und etwas Kasslerbraun. Im Augenwinkel gibst Du noch etwas mehr Kasslerbraun hinzu, und nur dicht bei der Iris malst Du eine kleine weiße Lichtreflektion.

Schließlich ist das Auge eine Kugel. Und genauso muss der Augapfel aussehen: Nämlich rund. Das erreichen wir einzig und allein über die richtige Verteilung von Licht und Schatten.

Für die Pupille und den oberen Teil der Iris verwende ich reines Kasslerbraun. Auch der äußere Rand der Iris wird damit gemalt. Die Lichtreflektion in der Iris besteht aus einem Orange, gemischt aus einem kleinen bisschen Kasslerbraun, Kadmiumgelb und Kadmiumrot. 

Die Lichtreflektion auf der Pupille male ich mit reinem Titanweiß.

Das Auge kannst Du danach erst mal lassen, wie es ist. Wir werden später noch einige Details hinzufügen.

Kommen wir zum Fell.

Dafür mischst Du jetzt verschiedene Grautöne aus Titanweiß und Kasslerbraun.

Fell malen – Schritt für Schritt zum realistischen Ergebnis

Wenn Du dir das fertige Bild anschaust, dann siehst Du schwarzes Fell. In Wirklichkeit aber ist das Fell nicht schwarz, sondern anthrazit. Das ist Deine Basisfarbe für den Moment. An allen Stellen, auf die Licht fällt, hellst Du Deine Farbe mit Titanweiß auf. 

Wenn es Dir schwerfällt, den richtigen Grauton zu finden, dann studiere Dein Referenzfoto: Wo ist das Fell am hellsten? Dort setzt Du ein sehr helles Grau aufs Paneel. Suche Dir dann die Stellen, die etwas dunkler sind als die hellsten Bereiche. Dafür mischst Du ein wenig mehr Kasslerbraun unter Dein Hellgrau.

Und so fährst Du fort, bis Du bei den dunkelsten Bereichen angekommen bist.

Wichtig bei allem ist, dass Du auf die Wuchsrichtung des Fells achtest. Und auch darauf, dass das Fell schöne Farbverläufe hat. Ansonsten sieht der Border Collie vielleicht am Ende aus wie ein Zebra. 🙂

Untermalung helles Fell


Das Fell um die Schnauze und den Hals ist weiß.  Wenn Du es jetzt mit Weiß untermalst, kannst Du später keine Highlights mehr anbringen. Schau Dir das Referenzfoto (unten, am Ende der Seite) gut an und studiere die Grauwerte. 

Die hellsten Bereiche untermalst Du mit einem hellen Grau, in den Schattenbereichen gibst Du mehr Dunkelheit an Deine Farbe. Im Film siehst Du auch gut, wie dünn mein Farbauftrag ist. - In der ersten Schicht scheint an vielen Stellen das Rot der Hintergrunds durch. Danach lasse ich das Bild trocknen und trage danach noch eine zweite, dünne Farbschicht auf.

Diese Arbeitsweise ermöglicht es mir, später realistische Haare zu malen. Ein dicker Farbauftrag in der Untermalung sorgt für Strukturen in der Farbschicht, auf denen das Malen eines realistischen Fells nicht mehr gelingt. 

Fazit: Besser sind 2 oder sogar 3 dünne Untermalungen statt einer dicken, kloddrigen Farbschicht.

Lasse das Bild nun gut trocknen. 

Details

Sobald Dein Bild getrocknet ist, kannst Du mit den Details beginnen.

Dazu mischst Du ein Schwarz aus Paynesgrau, Kasslerbraun und Krapplack. Damit die Farbe besser fließt und Du schönere, feinere Linien malen kannst, gibst Du noch ein wenig Liquin an Deine Farbmischung.

Mit einem sehr feinen Pinsel werden nun die Haare gemalt. Und zwar nur an den Stellen, die am dunkelsten sind. Alle anderen Bereiche werden ausgespart. Wichtig in dieser Phase ist: die Wuchsrichtung muss nun stimmen. Sollten sich in der Untermalung Fehler eingeschlichen haben, dann können sie jetzt korrigiert werden. 

Sobald Deine schwarzen Schatten getrocknet sind, kannst Du mit den Highlights im schwarzen Fell beginnen. Wir benötigen dafür drei verschiedene Grautöne:

Letzte Arbeitsschritte 

Wir sind beim letzten Arbeitsgang angekommen.

Jetzt werden wir das Haar verdichten, indem wir hier und da noch einzelne Akzente setzen. Wahrscheinlich sieht Dein Bild jetzt doch ein wenig anders aus als meins.

Schaue Dir dein Bild deshalb gut an. Welche Stellen sind noch zu flächig? Welche Stellen kann man nicht eindeutig als Fell erkennen?

Diese Stellen musst Du überarbeiten. Die Farben, die Du dafür verwenden musst, hängen natürlich stark von der zu übermalenden Fläche ab.

Eine phantastische Möglichkeit, um Haare zu verdichten, sind sogenannte Effektpinsel. Dieser Effektpinsel hat einen dicken Bauch und etwas angefressen aussehende Borsten. Damit lassen sich Haare sehr einfach und schnell malen.

Es gibt diese Pinsel in Deutschland von der Marke Da Vinci, und man erhält sie sowohl bei Boesner als auch bei Gerstäcker.

Alternativ kann man sich solche Pinsel auch selbst machen. Man braucht einen Flachpinsel, eine Schere, und das Ergebnis sieht dann ungefähr aus wie auf dem Bild rechts.

Hier ist das Referenz-Foto:

Freiwillige Spende

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